Valdez

Valdez ist als“Regenloch“ bekannt. Hier gibt es mit die höchsten Niederschläge in ganz Alaska. Keine guten Vorraussetzungen für eine Tages-Kreuzfahrt im Prince William Sound. Anhand der Prognosen unserer Wetter-App haben wir uns in Tok entschieden nicht zurück nach Kanada, sondern in den Süden nach Valdez zu fahren. Bisher hatten uns die Wettervorhersagen nicht enttäuscht und heute haben wir einen perfekt sonnigen Tag erwischt. Mit Captain Fred und seiner LuLu Belle machen wir uns auf zum Columbia Glacier durch den Prince William Sound.

Das Schiff war komfortabel mit Orientteppichen ausgestattet und Captain Fred wies ausdrücklich darauf hin, dass man sich die Schuhe vor dem Besteigen des Schiffes putzen sollte 🙂 Captain Fred war ein Alleinunterhalter mit viel Detailwissen der Region und Alaska, das er uns stundenlang in unterhaltsamer Art im Stile eines Radiomoderators vermittelte. So wurde die, laut GPS-Tracker über 200 km lange und 10 Stunden dauernde Fahrt, zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Entlang der Küstenlinie gab es viel zu sehen. Weißkopfseeadler, Seelöwen, Seeottern und viele andere tolle Motive.

Captain Fred steuerte sein Schiff mit absolutem Können und fast 40 Jahren Erfahrung derart feinfühlig und geschickt, dass wir sogar mit dem Bug in eine Höhle hineinmanövrierten und dort ganz versteckt Papageientaucher beobachten konnten. Man konnte vom Schiff aus die nackten Felsen berühren.

Trotz strahlendem Sonnenschein wurde es dann merklich kühler. Die ersten Eisberge tauchten auf. „Icebergs“ wie der Amerikaner sagt 🙂 Da stellte sich grundsätzlich die Frage: Welche Farbe hat eigentlich Eis?? Weiß war hier nicht die Hauptfarbe, sondern eine Fülle von Blau und Türkisfarbtönen.

Schließlich tauchte die riesige Wand des Columbia Gletschers auf. 60 km lang (nur aus der Luft zu sehen) mehrere km breit und 60 Meter hoch (!!), gigantisch. Wir fuhren relativ nah heran und das Eis knackte unentwegt. Immer wieder stürzten große Brocken ins Wasser.

Mit lautem Krachen löste sich plötzlich ein hochhausgroßes Stücke und stürzte ins Wasser. Der ausgelöste Mini-Tsunami ließ unser Schiff auch noch ein paar hundert Meter entfernt ordentlich schwanken.

 

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