Category Archives: Reisebericht Nova Scotia 2017

03.09. Pictou – East Shore – Halifax Airport

Am nächsten Tag mussten wir die wieder bis zum Abend die Zeit vertrödeln, aber wir fanden noch eine Schleife auf der Landkarte, die wir noch nicht kannten und fuhren an der East Shore entlang fast bis nach Halifax. Dann, nach dem allerallerletzten Kaffee bei Tim Hortons, wieder den Wagen abgegeben und in Schlange am Check In eingereiht, wir waren ja jetzt schon Profis.

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Diesmal war es ein Softwareproblem, das uns über eine Stunde lang warten ließ. Aber dann eeeeendlich saßen wir auf unseren Plätzen und wir starteten. Erfreulicherweise teilte uns der Pilot mit, dass wir mit günstigem Jet Stream über dem Atlantik unsere Flugstrecke in schnellen 5 Stunden und 45 Minuten schaffen würden. Natürlich mussten wir in Frankfurt auch noch für das Parkhaus nachzahlen, aber nach weiteren 1,5 Stunden auf der Autobahn sind wir dann nach 4 Wochen (+1 Tag) wohlbehalten zuhause angekommen.
Trotz des ärgerlichen Beginns und Endes durch die Airline Condor, das Fazit der Reise war einmal mehr:

CANADA ROCKS !!!

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02.09. Halifax Airport – Pictou

Gestern Abend hatten wir noch versucht, durch eifriges Umpacken, das 32 kg Limit der Koffer nicht zu überschreiten. Zum Glück hatten wir eine Kofferwaage dabei. Danach ging zum letzten Frühstück im Hotel. Wir hatten ja schon überlegt, wie wir den Tag bis zum Einchecken heute ab 19 Uhr verbringen wollten und wollten noch eine Rundtour durch einen Teil der Insel machen, wo wir noch nicht waren. Wir waren an ein paar wirklich netten Plätzen. Aber der Oberhammer war das Museum, das wir am Ende noch besuchten. Es hieß ganz einfach „Tin Shop“, aber als wir es betraten, wurde man in eine andere Welt geschickt. Unglaubliche Sammlungen aus der Zeit um 1900 waren auf zwei Etagen verteilt. Unter anderem gab es einen Gemischtwarenladen mit Werkzeugen, einen „Hardware Store“ und eine Blechwerkstatt, in der a l l e Milchkannen von Nova Scotia in Handarbeit hergestellt worden sind. Eine reizende Dame führte uns durch das Haus und erzählte uns allerhand Anekdoten rund um einige skurrile Gegenstände.

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Danach machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, um den Mietwagen zurückzugeben und einzuchecken. Am Schalter stand schon eine lange Schlange und bald stellte es sich heraus, dass unser vorgesehenes Flugzeug, das um 20 Uhr in Halifax landen sollte, wegen technischer Probleme nach dem Start wieder nach Frankfurt umkehren musste. Der Flug wurde um 24 Stunden verschoben 😱

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Große Hektik brach aus. Da Labourday-Wochenende war, waren alle Hotels in Halifax und weiterer Umgebung ausgebucht. Die eine Alternative wäre eine Nacht und ein Tag auf dem Flughafen gewesen. Die andere Möglichkeit war mit dem Taxi zu einem Motel 120 km entfernt und dort übernachten. Irgendwie bekamen wir trotz gegenteiliger Berichte anderer Reisenden doch noch einen Mietwagen und waren so natürlich viel flexibler und konnten den nächsten Tag noch als Urlaubstag nutzen. Wir fuhren damit quer über die Insel nach Pictou. Dort waren wir ja schon vor 2 Wochen. Nachdem wir unseren Zimmerschlüssel geholt haben, gingen in das wohl noch einzig offene Restaurant. Wir konnten vor der Kneipe „Fat Tony’s“ parken und sahen schon von draußen, dass ein Gitarrist spielte. Außer uns waren noch 3 Gäste da und so wurden wir vom Künstler persönlich begrüßt und mussten unsere Geschichte erzählen. Nach dem nächsten Lied kamen noch ein Mutter-Tochter Gespann aus Winnipeg (Manitoba) von der Bar an unseren Tisch und wir unterhielten uns prächtig. Der Gitarrist spielte inzwischen unsere Musikwünsche (Led Zeppelin, Eagles, Bob Seger…) Zum Schluss stellten wir noch fest, dass wir im selben Motel die nebeneinanderliegenden Zimmer haben. Wir wurden noch zu einem Drink eingeladen und saßen bis um 2 Uhr morgens auf der Veranda und sprachen über Gott und die Welt.

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01.09. Hammonds Plains – Halifax Airport

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Wir haben alles reingestopft, juhuu! Heute morgen gab es ein „das Letzte““-Frühstück. Das letzte Brot, Marmelade, Wurst, Nutella, usw. Dann ging es pünktlich zur Abgabe des Campers. Entweder alle anderen Urlauber sind schon zuhause oder noch garnicht aufgestanden. Wir waren die Einzigen, die da waren! So schnell waren wir noch nie fertig. In 20 Minuten war alles über die Bühne und verabschiedeten uns von den netten Ladies der Vermietung.

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Das Shuttle fuhr uns zur Autovermietung am Airport, wo wir unseren nächsten Schlitten abholten, einen fetten Dodge Caravan. Dann fuhren wir in unser Hotel, legten die Koffer ab, um noch ein bisschen herumzufahren. Plötzlich fuhren wir bei „Home Depot“, dem amerikanischen Baumarkt vorbei und plötzlich waren wir schon drin und plötzlich hatten wir auch schon etwas gekauft. Natürlich nur kleine Sachen, die wir noch irgendwo dazuquetschen können. Anschließend, zurück im Hotel, saßen noch ein bisschen am Pool.
Abends waren wir zum Essen in der Kneipe im Hotel. Ich versuchte es mit gegrilltem Gemüse und Salat, damit sich mein Körper an die etwas fleischlosere Ernährung nach dem Urlaub vorbereiten kann. Holger nahm zum letzten Mal Scallops & Fries. Außerdem gab es noch einen fetten Nachtisch. Cheesecake mit Karamellsauce und Gingerbread mit Schlagsahne. Völlig vollgestopft wankten wir ins Hotelzimmer. Die letzte Nacht in Kanada. Good night. Morgen gehts zurück nach Deutschland.

31.08. Whycocomagh Provincial Park – Hammonds Plains

Nun sitzen wir heute Abend in unserem Camper und versuchen alle Dinge, die wir hierhergebracht haben, wieder in die Koffern zu pressen. Ach ja, natürlich auch die Dinge, die wir hier „gefunden“ haben.
Heute morgen haben wir die „kleine“ Insel Cape Breton über die Brücke wieder verlassen und sind jetzt wieder auf der „großen“ Halbinsel Nova Scotia. Leider hat es wieder mitten in der Nacht angefangen zu regnen und Holger musste in Regenmontur alle Leitungen kappen, damit wir rechtzeitig zu unserer Verabredung um 10 a.m. in Auld’s Cove auf den Hof fahren konnten. Und es hat geklappt. Wir kamen gleichzeitig an und konnten uns schon vor dem Café im breitesten Schwäbisch begrüßen.

Wir hatten uns mit Alexandra und Mash Mashaghati verabredet. Sie sind mit ihren beiden Kindern vor 8 Jahren von Reutlingen nach Cape Breton ausgewandert. Beide sind begeisterte Fotografen. Mash’s Spezialgebiet sind Weißkopfseeadler, die es hier am Bras d’Or Lake in großen Populationen gibt. Trotzdem ist es nicht leicht, diese scheuen Vögel vor die Linse bekommen, und zwar in einem Abstand, wo man nachher nicht nur einen kleinen Punkt auf dem Bild sieht. Seine Bilder sind einfach unglaublich und nehmen es ganz locker mit Bildern im National Geographic oder anderen großen Fotomagazinen auf: https://www.mash-mashaghati.ca/gallery/

Nach zweieinhalb Stunden intensiven Gesprächs verabschiedeten wir uns – mit einer Einladung zu einer Fotosafari !! Sie gingen anschließend arbeiten und wir machten uns auf den Weg nach Halifax auf den letzten Campingplatz hier in Kanada um einzupacken, aufzuräumen und den Camper morgen „besenrein“ zu übergeben.

 

30.08. Battery Provincial Park – Whycocomagh Provincial Park

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Zur Umrundung des Bras d’Or Lake fehlte uns noch ein kleines Stück im Südwesten. Dies wollten wir heute zum Abschluss der Rundfahrt in Cape Breton noch in Angriff nehmen.
Auf dem Weg lag das Indianerkulturzentrum „Friends United“, das ein deutscher, vor rund 30 Jahren ausgewanderter Unternehmer und Landerschließer gegründet hatte. Hier haben Mi’kmaw einen schönen Raum, um ihre vielfältige Kunst in einem wirklich wertschätzenden Ambiente auszustellen. Überall hängen Bilder und stehen Skulpturen der „First Nation“-Künstler. Des Weiteren ist dies auch ein beliebter Treffpunkt europäischer Auswanderer. Dort trafen wir die Schweizerin Edith, die mit ihrem Mann seit 6 Jahren auf Cape Breton lebt und es keinen Tag bereut hat. Auch andere Ausgewanderte waren dort. Andreas und Eva, die ebenfalls ihre Zelte in Deutschland abgebrochen haben. Und vor lauter Babbeln haben wir gar keine Bilder im Haus gemacht. Doch das Kulturzentrum liegt an der „Holger Lane“, also noch ein Grund, da irgendwann nochmal vorbei zu schauen 🙂

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Auf dem weiteren Weg entlang des Sees gab es immer wieder atemberaubende Ausblicke auf viele Buchten und große und kleine Insel(chen). Hier ist auch die Weinlage „Marble Mountain“ der bekannten Winzerei Jost. Wir haben den Wein ein paar Tage zuvor schon probiert, etwas zu lieblich für unseren Geschmack. Aber es gibt auch trockene, schwerere Weine dieser Kellerei wie der „Ceilidh“, die ganz trinkbar sind.

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Auf der weiteren Strecke lag das „Cape Breton Smokehouse“, ein schönes großes Blockhaus. Hier gibt es von Freitag bis Sonntag geräucherten Lachs, der auf der ganzen Insel und weit darüber hinaus bekannt und beliebt ist. Die Besitzer sind ein deutsches Ehepaar. Die Geschichte hierzu: Die beiden segelten um die ganze Welt und in einer Sturmnacht suchten sie Schutz in einer Bucht. Sie segelten vom Atlantik in den Bras d’Or Lake und im Nebel ankerten sie irgendwo in einer ruhigeren Bucht. Als sie am sonnigen nächsten Tag an Deck kamen, sahen sie, wo sie gelandet waren und beschlossen, sich hier nieder zu lassen. Sie bauten hier ihr Blockhaus und machten daraus das bekannte Restaurant. Da beide inzwischen in den 70ern sind, lassen sie es ruhiger angehen und öffnen nur noch nach Vereinbarung oder eben am Wochenende. Ihr Schiff liegt immer noch in der Bucht.

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Heute sind wir zum zweiten Mal auf dem Whycocomagh Campground. Das Anmeldeprocedere über das sogenannte „Yellow Phone“ war beim letzten Mal etwas stressig. Man musste an einem Telefon (mit automatischer Verbindung zur Revervierungszentrale) im Freien seine Adresse und Kreditkartennummer in das gelbe Telefon schreien (damit es auch jeder in der Nähe mitbekommt…). Daher haben wir die gute Internetverbindung in St. Peters genutzt und von dort eine Online-Reservierung durchgeführt.

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29.08. Battery Provincial Park (Isle Madame)

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Die Nacht war echt kalt. Nein, nicht für jeden. Nur für denjenigen, der die Sterne und die Milchstraße fotografiert hat.
Nach einem Frühstück, bei dem die Butter mit Honig am Brot festgeklebt werden musste (beim Butterstreichversuch wäre das gesamte Brot zerstört worden), ging es auf die „Isle Madame“. Der „Fleur-de-Lis-Trail“ führte uns einmal um die kleine Insel herum. Auf der kleinen Insel gab es viele Buchten, Strände und schöne Parks, und – einige Leuchttürme 😉

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An der Südspitze war der winzige Ort Arichat. Dort besuchten wir das „Le Noir Forge Museum“. Dort brannte das Schmiedefeuer und ein Schmied zeigte live seine Kunst. In dem Gebäude von 1793, das schon verschiedene Unternehmungen beherbergte, war wieder einmal eine umfangreiche Sammlung sämtlicher Dinge, diesmal aus Eisen, aus den vergangenen Jahrhunderten. Außerdem trafen wir im Nachbargebäude drei nette Damen, die sich dort zum Stricken für wohltätige Zwecke getroffen haben.

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Auf dem Rückweg stoppten wir in einer Laundry. Das war in diesem Fall einfach ein kleines Haus am Straßenrand in dem Waschmaschinen und Trockner stehen. Da kann man schnell anhalten und seine Wäsche machen. Zurück auf dem Campground war einen Kühlschrankinventur angesagt. So langsam mussten wir das Ende der Reise in die Vorratsplanung einbeziehen, um den Camper nicht mit einem vollen Kühlschrank abzugeben. Deshalb gab es heute Nudeln mit Soße.

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28.08. Battery Provincial Park (St. Peters)

Unser Campground befindet sich in der Nähe des Örtchens St. Peters. Hier wurde von 1854-1869 ein Kanal gebaut, der den Bras d’Or Lake mit dem Atlantik verbindet. Die Besonderheit hier ist eine spezielle Schleusenbauart, die es erlaubt die Gezeiten des Atlantiks zu berücksichtigen, dessen Wasserspiegel bei Flut oberhalb und bei Ebbe unterhalb des Wasserspiegels des Bras d’Or Lakes liegt.
Als wir dorthin fuhren, standen wir erst einmal im Stau vor der Kanalbrücke, da gerade ein Segler aus dem See ins Meer fuhr. Wir sahen nur den Schiffsmast, der vor uns den Highway querte, ein kurioser Anblick. In solchen Fällen wird einfach der Verkehr angehalten und das Brückenstück des Highway, der über den Kanal führt, zur Seite gedreht. Das Durchfahren des Kanals in beide Richtungen wird nach Bedarf durchgeführt und ist kostenlos.

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Das haben wir uns natürlich näher angeschaut und fuhren nach der Überquerung des Kanals „runter“ zum St. Peters Canal, der ein „National Historic Site Of Canada“ ist. Gerade als wir am Kai waren, kam der nächste Segler und ich durfte die Schleuse bedienen. Damit hatte ich auch gleichzeitig die Aufgabe, nach Durchfahren die Seile des Seglers entgegen zu nehmen und das Schiff am Poller festzumachen.
Mit der Zweierbesatzung des Seglers kam ich deshalb natürlich sofort ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Reinhard aus Vorarlberg und Mindy aus den USA seit zweieinhalb Jahren kreuz und quer über die Meere segeln. Das 40 Fuß lange Schiff ist seitdem Ihr Zuhause. Nur im Winter liegt ihr Segler in Florida und sie kommen über Weihnachten nach Österreich zu Verwandten. Auf dem Schiff sind sie komplett autark. Energie wird über 4 große Solarzellen und ein Windrad bezogen. Unter Deck ist alles was ein kleiner Haushalt benötigt.

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Danach besuchten wir das Nicolas Deny Museum direkt neben der Kanalschleuse. Dieser gründete 1650 hier einen Handelsposten und baute einen Bohlenweg, über den Waren zwischen See und Meer ausgetauscht wurden. Allerlei alter Krimskrams aus dieser Zeit und später waren in diesem Museum ausgestellt. Unter anderem die „Handys“ aus vergangenen Zeiten: Morseapparate. Makaber war ein Buch aus dem Jahr 1753 mit Ledereinband – aus Menschenhaut. Es wurde hier in Cape Breton gefunden und in war in spanisch geschrieben. Ein DNA Test des Einbandes zeigte lediglich, dass der Mensch ein Europäer war.
Einen weiteren Besuch statteten wir dem Geburtshaus des Fotografen Wallace MacAskill ab. Er wurde mit maritimen Motiven bekannt und in seinem Haus waren viele seiner Fotografien und Fotoapparate aus alten Zeiten bis hin zu einer damals modernen Polaroid Kamera ausgestellt. Seine Fotografie der Bluenose II diente als Vorlage zur Abbildung auf der kanadischen Briefmarke.

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Am Lagerfeuer

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Abends gab das gleiche Schauspiel wie am Tag zuvor. Die abendlichen Wolken verzogen sich und es gab eine superklare Sternennacht (leider etwas zu hell), in der die Milchstraße wunderschön zu sehen war. Ein Schauspiel, dass bei uns nur sehr selten zu sehen ist. Mit einer längeren Belichtungszeit sieht man, wie sich die Sterne konzentrisch um den Polarstern drehen. Der Polarstern befindet sich nahe des Himmelsnordpols und ist ein wichtiger Stern zu Feststellung der geografischen Nordrichtung.

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27.08. Mira River Provincial Park – Battery Provincial Park

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Juhu, die Sonne scheint! Mist, das Brot ist aus! Egal, es gibt Reste, die nicht alle den üblichen Frühstückssachen entsprechen. Wir machen noch einmal eine kleine Runde über Louisburg an den Atlantik nach Main-a-Dieu an der Küste entlang. Kurz vor diesem winzigen Örtchen gab es noch lange Holzstege, die über einen schützenswerten Küstenabschnitt führten. Von dort aus konnten wir das alles gut beobachten. Leider war das angesteuerte Museum geschlossen, also ging es direkt weiter. Ziel war heute Ben Eoin am Bras d’Or Lake an einen Campingplatz am Seeufer. Dort soll angeblich ein Weißkopfseeadlerpaar brüten. Leider war dieser Platz voll und eigentlich auch ziemlich blöd gelegen direkt am Highway 4. Wir fuhren daher weiter nach Süden, immer am riesigen See entlang und genossen unterwegs immer wieder den gigantischen Bras d’Or Lake.
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Da der Hwy 4 immer direkt am See entlangführte und alle Campingplätze am See entsprechend laut sein würden, entschlossen wir uns, zum nächsten Provincial Park zu fahren. Da wurden wir bis jetzt noch nie enttäuscht. Die sind immer großzügigst angelegt und an den schönsten Plätzen der Gegend gelegen. Und so war es auch diesmal. Der Leuchtturm war diesmal direkt vor Ort und die netten Häuschen für Anmeldung und Feuerholz strahlten einladend in der Sonne.

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Schon beim Ausfahren der Markise stand fest: statt geplanten 2 Nächten werden wir hier auf 3 Nächte verlängern und die Schlussphase unserer Reise etwas gemütlicher angehen. Unser Platz hatte einen wahnsinnigen Ausblick über den Atlantik.

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Und so war der Ausklang des Tages: Essen mit der schönsten Aussicht des Tages, ein gemütliches Lagerfeuer und nach Sonnenuntergang der Sternenhimmel über uns.

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26.08. Mira River Provinvial Park (Sydney)


Zum Glück war unser Stellplatz für die Nacht, den wir gestern erst erreichten, als es schon dunkel war, ein „drive-thru“ sodass wir im strömenden Regen nicht lange rumrangieren mussten. Da wir auf der anderen Seite des (echt riesigen) Campingplatzes waren, war der Koyote heute nacht nur leise zu hören 😉. Heute fuhren wir ein bisschen in der Gegend herum, da hier touristisch nicht so viel geboten wird (außer dem Fortress, aber das war ja gestern), dafür aber die Landschaft umso schöner ist. Es gibt jede Menge schöner Seen und viel Wald..

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 Mittags wollten wir in ein Mi’kmaw Museum, aber das war tatsächlich nur von Mo-Fr geöffnet, schade. Wir konnte nur den Park besichtigen. Unsere Enttäuschung ertränkten wir bei Tim Horton’s mit Kaffee und unglaublich süßen und fettigen Donuts. Tim Hortons’s ist übrigens die kanadische Institution für Kaffee und Snacks dazu. Dort gibt es außerdem auch freies Wifi!

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Danach ging es nach Sydney (ja, das gibt es hier auch, hat 22.000 Einwohner und ist nicht so berühmt, wie die Namensvetterin in Australien). Hier gibt es aber die größte Fiddle der Welt!
Jetzt sind wir wieder im anderen Teil des Campingplatzes, mal schauen, ob sich der Koyote wieder meldet. Das Lagerfeuer brennt und irgendwo draußen auf dem großen See brausen zwei Jetskis.

 

 

25.08. Mira River Provincial Park (Louisbourg)

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 Heute Nacht hat doch tatsächlich ein Kojote geheult. Mehrmals lang und ausdauernd. Da war es mal wieder beruhigend, dass wir nicht mit dem Zelt unterwegs sind. Nach dem Frühstück mit ungetoasteten „Brot“ – wir hatten keinen Platz mit Stromanschluss und deshalb konnten wir den Toaster nicht benutzen und ungetoastetes Brot hier kann nur mit weichem Aufstrich beschmiert werden – machten wir uns auf den Weg zur „Fortress of Louisbourg“, einer Festung der Franzosen aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde nach 25 Jahren Bauzeit kurz nach Fertigstellung 1745 von den Engländern innerhalb von 46 Tagen komplett zerstört. Die Mi’kmaw, die jahrelang gute Handelsbeziehungen mit den Franzosen pflegten, sahen sich nun (zurecht) bedroht und kämpften auf deren Seite.
In den 1960er Jahren wurden 25% der Festung, in der damals mehr als 3000 Menschen lebten, vom kanadischen Staat wieder nach Originalplänen rekonstruiert. Heute ist es ein „National Historic Site“ und eine Stätte von „living history“, d.h. alle Leute dort sind in Kostümen unterwegs und erklären und erzählen über ihre Person die Gegebenheiten des damaligen Lebens. Wirklich interessant war, dass niemand früher Hummer aß, er war allenfalls als Dünger für den Garten wertvoll. Soldaten, Bäcker, Spitzenklöpplerinnen, Gefangene, also für damals ganz normale Leute bevölkerten die Straßen und Häuser.

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 Anschließend besuchten wir das Louisbourg Lighthouse auf der anderen Seite der Bucht. in einer Bucht stapelten sich die leeren Lobster-Fangkörbe und die bunten Markierungsbojen. Die Hummersaison schien hier zu Ende zu sein. Abends waren wir im beschaulichen, ruhigen Louisbourg noch im „Lobster Kettle“ direkt am Meer und hatten Seafood Chowder und Scallops (Jakobsmuscheln). Von einem älteren einheimischen Lobster-Fischer, der dort auf einem Kaffee vorbeischaute, ließen wir uns über die Hummerfangzeiten aufklären. Hummerfang ist nur ca. 2 Monate im Jahr in einer bestimmten Region erlaubt, damit sich die Bestände wieder erholen können. Er konnte sogar ein paar Sätze deutsch und holländisch. Sein Großvater war Holländer und vor dem 1. Weltkrieg nach Kanada ausgewandert.

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24.08. Big Bras d’Or – Mira River Provincial Park

Das „industrielle“ Nova Scotia war heute unser Ziel. Wir fuhren an der Küste entlang nach Sydney Mines. Dort standen am Fährterminal zwei Fähren, die von dort in Richtung Neufundland starten und warteten auf Autos und Passagiere, die noch weiter Richtung Norden wollen. Wir fuhren weiter nach Glace Bay, wo in einem kleinen Haus große Weltgeschichte geschrieben wurde. Dort lebte ein Erfinder aus Italien, Guglielmo Marconi, der dort an der Möglichkeit des Funkverkehrs über den Atlantik arbeitete. Das Modell seiner Station ist dort nachgebaut und war ein eindrucksvolles Gebilde aus vier Türmen mit einem Haus in der Mitte. Das alles war komplett mit Draht miteinander verbunden. Auf dem Grundstück konnte man noch die originalen Fundamente der vier hölzernen, 64 Meter hohen Türme sehen. Am 15. Dezember 1902 ging die erste Nachricht hier vom „table head“ nach England, wo die Gegenstation in Cornwall stand. Schlecht für die bis dahin exklusive Technik der Nachrichtenübermittlung per Überseekabel.

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Ein größerer Ort dort ist noch New Waterford. Dort gab es dann noch einen Leuchtturm und weil Wetter inzwischen ziemlich schlecht war, ging es Richtung Campingplatz. Diesmal war es der Mira River Campground. Ein schöner Platz am Ufer des großen Mira Rivers. Das Lagerfeuer musste wetterbedingt leider ausfallen.

23.08. Baddeck – Big Bras d’Or

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Heute war kein besonders gutes Wetter. Es hat zwar nicht geregnet, aber es war sehr windig und man musste mit dem Wohnmobil (7,5m lang, 3,4m hoch) immer auf der Hut sein, nicht von einer Windböe erfasst und zur Seite geschoben zu werden. Wir fuhren etwas später als sonst aus Baddeck los. Der Campingplatz war schön und tip top gepflegt. Der Besitzer ist eine Familie, die vor knapp 20 Jahren nach Kanada ausgewandert ist. Es gab 10% Landsmannrabatt. Der Besitzer war sich im Gegensatz zu mir 100% sicher, dass bei uns im Fahrzeug irgendwo eine KOA-Mitgliedskarte herumliegt, die zu genanntem Rabatt berechtigt 🙂
Die heutige Strecke führte uns auf einem Scenic Drive um einen Arm des Bras d’Or Lake herum. Teilweise konnte man das gegenüber liegende Ufer nicht mehr erkennen, das lag aber vielleicht auch am Wetter. Bei Iona mussten wir eine enge Stelle mit einer Fähre überqueren, die an einem Stahlseil befestigt war. Das ging ratz fatz und kostete 7 Dollar.
Der See war durch den Wind ganz schön in Bewegung und die Wellen waren deutlich höher, als wir sie bislang am Atlantik gesehen hatten.

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Hier mal ein paar Fakten zum Bras d’Or Lake: Der See bildet das Zentrum von Cape Breton und ist mit über 1100 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie der Bodensee. Er wird von vielen Flüssen mit Süßwasser gespeist, hat aber dennoch geringe Konzentrationen an Salzwasser, da er an 2 Stellen mit dem Atlantik verbunden ist. Der See bildet eine einzigartige Biospähre mit Menschen und Tieren nebeneinander. Es gibt hier keine großen Hotelbauten obwohl der See ein riesiges Freizeitgebiet darstellt. Hier läuft man offensichtlich nicht jedem Investor hinterher. Der See ist u.a. Heimat einer der größten Weißkopfseeadlerpopulationen weltweit.
An der großen Mündung zum Atlantik lag heute unser schöner Campingplatz. Die Strömung Richtung offenes Meer war enorm. Es wäre keine gute Idee, hier schwimmen zu gehen.

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22.08. Meat Cove – Baddeck

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Der Wecker zirpte uns um 5:30 Uhr aus dem Schlaf. Schon aus dem Schlafzimmerfenster konnte man den beginnenden Sonnenaufgang erahnen. Schnell nach draußen auf die „Terrasse“ und die Kamera in Position gestellt. Dann unser letztes Kaffeepulver für den Morgenkaffee verbraucht. Draußen war es erstaunlich warm und mit dem Kaffeebecher in der Hand nur noch beobachten, mit welcher Geschwindigkeit (!) die Sonne am Horizont aufsteigt. Schon nach kurzer Zeit wurde es merklich wärmer.

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 Da wir jetzt schon wach und aufbruchbereit waren, machten wir uns auf den Weg, und zwar das ganze Geholper von gestern wieder zurück. Wieder auf der Hauptstraße, dem Cabot Trail, ging es durch atemberaubende Landschaften auf einer ganz schön engen und winkeligen Straße Richtung Süden. Einige Baustellen mit Einbahnverkehr verzögerten immer wieder unsere Fahrt.

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 Aber schließlich, genau zu Lunch, kamen wir am „Great Hall of the Clans at the Gaelic College“ an und buchten die „Lunchte Ceilidhs“. Das war Mittagessen mit Dudelsackmusik, später mit Piano und Fiddle und im letzten Set ergänzt mit keltischen Tanz. Das Essen war lecker und Dudelsack live ist ganz schön laut! Diesmal waren Leute aus Australien da, Mist 🙂 Aber uns fragten sie, ob wir aus Germany, Nova Scotia kämen. Als wir dann sagten „no the other Germany in Europe“ fanden sie das witzig.
Gut gestärkt besuchten wir noch die „Hall of the Clans“. Dort führte uns eine Weberin vor, wie klassische schottische Webmuster entstehen. Es gab noch viele andere Infos über den schottischen Einfluß auf „Neu-Schottland“.

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Der letzte kulturelle Besuch galt dann noch dem berühmten Alexander Graham Bell, in der National Historic Site of Canada in Baddeck. Bell war ein in Edinburgh geborener Schotte, der das Telefon und vielen andere Dinge erfunden hat. Da dort ziemlich viel los war, dauerte der Besuch nicht allzu lange.

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21.08. Chéticamp – Meat Cove

 

Partielle Sonnenfinsternis, das bestimmte den heutigen Tagesrhythmus. Wir fuhren deshalb so schnell wie möglich (nein keine Raserei) nach Meat Cove. Auf dem Weg dorthin legten wir die Hälfte des Cabot Trail zurück, einer wunderschönen Panoramastrecke entlang der Küste in den Cape Breton Highlands.

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Die Stichstraße nach Meat Cove, dem nördlichsten Punkt der Insel war eine 8 km lange Schotterpiste. Aber die Belohnung war grandios, und das sah so aus:

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Den Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein berbrachten wir mit unterschiedlichen Beschäftigungen. Holger schaute eineinhalb Stunden in den Himmel und Kerstin genoss die traumhafte Aussicht aufs Meer, und das sah so aus:

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Abends gab es in der „Meat Cove Chowder Hut“ Seafood und Mussels, und das sah so aus:

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20.08. Whycocomaq – Chéticamp

Der Chéticamp Campground liegt am Tor zum Cape Breton Highlands National Park, dem Nationalpark mit dem berühmten Cabot Trail, eine der schönsten Straßen der Welt. Wir werden das in den nächsten 2 Tagen prüfen, ob das so stimmt.
Zuvor haben wir heute die Glenora Distillery besichtigt. Es ist die einzige Single Malt Whiskey-Brennerei auf dem amerikanischen Kontinent. Bei einer Besichtigung konnte man den ganzen Prozeß bis zum fertigen Alkohol bestaunen. In riesigen Kupfergeräten wird die Maische zweimal destilliert. Bei der anschließenden Probe gab es keine Überraschung, da dieser Whiskey schon Teil der eigenen Sammlung zuhause ist.

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Angeschlossen an die Brennerei ist ein Pub, in dem es täglich zum Lunch Celtic Music live gibt. Diese Gelegenheit nahmen wir sofort war und besetzten den letzten freien Tisch. Der Distiller’s Burger war der Hammer. Ich habe noch nie so gutes Hackfleisch gegessen. Es stammt von Rindern in der direkten Umgebung. Die scheinen gutes Gras zu bekommen 🙂 Die Musik wurde heute von einer Familie gespielt. Die Mutter am Piano und die 3 Mädels an den Fiddles und der Gitarre. Wobei wir nicht hundert Prozent sicher waren, ob die Gitarre nicht doch von einem Jungen gespielt wurde…

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Nach diesem kulinarischen und musikalischen „Taste of Nova Scotia“ fuhren wir weiter den Highway 19 an der Küste entlang, die nun immer hügeliger und eindrucksvoller wurde.

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Unterwegs waren wir noch in einem Cole Miners Museum in Inverness, in dem allerhand altes Zeug aus der vergangenen Zeit des Kohlebergbaus ausgestellt war. Wir hatten ein interessantes Gespräch mit dem Museums-Studenten über Land und Leute auf Cape Breton bis hin zur Politik Kanadas und des Nachbarn USA. Der Slogan „Come to Cape Breton if Trump wins!“ war anscheinend eher scherzhaft gemeint. Nach dessen Wahl zum US Präsidenten sind wohl doch etliche Amerikaner hierher ausgewandert.
Angekommen in Chéticamp hatte es inzwischen 27 C und nahezu 100% Luftfeuchtigkeit, da es die ganze Nacht und vormittags geregnet hatte. Do laufd oim d’Briah nah ohne was gschaffd…zom Glick gibts a Glimaolag.

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19.08. Linwood – Whycocomaq

 

Das morgendliche Routineprogramm bis zur Weiterfahrt hat sich völlig eingespielt. Bei Bedarf Frischwassertank füllen, Abwassertanks entleeren. Jedes vergessene Teil, das noch herumsteht würde sich bei der Abfahrt unangenehm in Erinnerung bringen. Außen alles abmontiert und verstaut? Besonderes Augenmerk verdient dabei immer die Dichtung des Frischwasserschlauchs – ohne die geht nichts.
Heute überquerten wir Damm und Brücke, die in den 50er Jahren gebaut wurden, um das Festland von Nova Scotia mit Cape Breton Island zu verbinden. Nach kurzer Fahrt an der Westküste entlang erreichten wir das „Celtic Music Interpretive Center“ in Judique. Hier gibt es jeden Tag ab 11:30 Uhr Live Musik schottischer Art zum Lunch. Während wir eine köstliche Seafood Chowder zu Mittag aßen, hörten wir den beiden Musikern zu, die mit Piano und Fiddle traditionelle Stücke zum Besten gaben. Zwischen den Musikstücken wurde mit den Musikern geplauscht, die Fragen aus dem Publikum beantworteten. Sie fragten auch die Gäste an allen Tischen, woher sie kommen würden. Ratet mal, wer diejenigen mit der weitesten Anreise waren?

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Auf dem weiteren Weg konnten wir sehen, wie Grundstückserschließung funktioniert. Landkauf – Rodung – Hausbau – Flächengestaltung. Die künftige Aussicht dieses Hausbesitzers wird traumhaft sein.

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Danach fuhren wir ins Landesinnere. Die Straße wandelte sich schnell in eine „unpaved road“, eine Schotterpiste, die uns kilometerweit durch Wälder und Täler bis zum nächsten Highway führte, auf dem wir dann den Whycocomaq Provincial Park erreichten. Schön in bewaldetem Gebiet gelegen, jedoch mit vielen Lichtungen.

18.08. Northumberland Provincial Park (PEI) – Linwood

 

Heute war frühes Aufstehen angesagt, denn wir wollten zeitig die Fähre um 8 Uhr erwischen (check in 7 Uhr…!!), die uns von Wood Islands (PEI) nach Caribou (Nova Scotia) brachte. Typisch deutsch waren wir 6:45 Uhr am Check In … wir waren die ersten … Wenn man’s immer wüsste.
Die Überfahrt dauerte 75 Minuten. Auf Prince Edward Island wird grundsätzlich nur die Rückfahrt auf das Festland bezahlt, egal ob man die Confederation Bridge oder die Fähre nutzt. 104 kanadische Dollar (ca. 70 EUR) werden für unseren Truck samt Insassen fällig. Ein absolut fairer Preis wenn man das z.B. mit der Fähre nach England hin und zurück vergleicht.

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Die nächste Attraktion war die HECTOR, ein Dreimaster im Hafen von Pictou, ein nachgebautes Segelschiff, das 1773 die ersten Sieder aus den schottischen Highlands hierher brachte. 200 Leute verbrachten auf diesem nicht übermäßig großen Schiff 12 Wochen auf See, auf engstem Raum zusammengepfercht. Selbstredend, dass nicht alle überlebten. 18 Menschen, vor allem Kinder, haben die Ankunft im heutigen Nova Scotia nicht erlebt. Die Baupläne eines baugleichen Schiffs wurden in Rotterdam entdeckt. Der Nachbau dauerte knapp 10 Jahre und wurde von der Regierung und einigen Stiftungen finanziert.

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Leuchtturm und Hummer, DIE bestimmenden Attribute der Maritimes. Um die Mittagszeit machten wir Rast im „Lobster Interpretive Center“, einem kleinen Cafe mit einem ausgestellten 20 Pfund schweren Monster-Hummer (bzw. dessen rotes Gehäuse) Wir aßen eine Seafood-Chowder. Das ist eine dicke Suppe mit Kartoffeln und in unserer Variation mit Hummer und Shrimps. Hmmmmm 🙂 Der Leuchtturm daneben darf natürlich nicht fehlen, diesmal originell mit einem Hummer auf dem Dach als Windrichtungsanzeiger 🙂

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 Unterwegs haben wir wieder einige interessante Häuser / Lagen gesehen. In Kanada ist es übrigens durchaus möglich und üblich, dass man ein Haus von der Stange kauft, welches dann am nächsten Tag geliefert wird. Das sieht dann so aus:

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Bevor wir zu unserem heutigen Campground fahren, besuchen wir noch die Universitätsstadt Antigonish und spazieren auf der Hauptstraße mit schmucken Häusern und Geschäften. Abends gibt es mal wieder ein Barbecue, diesmal mit saftigen Steaks.

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17.08. Red Point Provincial Park – Northumberland Provincial Park (PEI)

 

Leider mussten wir diesen tollen Campingplatz heute schon wieder verlassen. In der Morgensonne waren die Farben unglaublich intensiv.

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Das einzige Manko hier waren fehlendes WIFI und zu wenig Bäume. Es war gestern ziemlich warm und ohne die Meeresbrise wäre es unerträglich heiß gewesen. Ansonsten ist dieser Platz von der Lage her unschlagbar. Eine Mitarbeiterin war noch so freundlich, ihre Kollegin im Northumberland Provincial Park, unserem nächsten Stopp, anzurufen und uns einen schönen Platz zu reservieren. So konnten wir ohne Stress und Hetze gemütlich die Insel von Nordosten nach Süden durchqueren.
Wir fuhren zunächst an den East Point, den nordöstlichsten Punkt der Insel. Natürlich mit einem weiß-roten Leuchtturm. Wir genossen die schöne Aussicht, in der Ferne konnten man gerade noch Cape Breton Island erkennen, wohin uns unsere Reise in Kürze führen wird. Die Küste war auch geprägt von tiefrotem Sandstein. Ein sehr ungewöhnliches Bild.

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 Nächster Halt: Eisenbahnmuseum. Im Elmira Railway Museum konnten wir eine der größten Sammlungen von alten Modelleisenbahnen besichtigen. Der alte historische Endbahnhof in PEI’s Nordosten wurde, nach der Stilllegung der Inseleisenbahn, zum Museum umfunktioniert und zeigte allerlei Relikte aus lange vergangenen Zeiten. Entlang der alten Bahnlinie kann man jetzt Fahrradtouren unternehmen.

Nachfolgend ein paar Beispiele für Häuser in Kanada. Wichtig scheint hier immer ein frisch gemähter Rasen drumherum zu sein. Die Rasengrößen sind teilweise gigantisch und nur mit einem kräftigen Aufsitzmäher zu bewältigen. Das gemähte Gras wird kleingehäckselt gleich wieder auf den Rasen geschleudert. Rasenschnittentsorgungsprobleme gibt es hier nicht.

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16.08. Cavendish (PEI) – Red Point Provincial Park (PEI)

 

Leider wurden wir heute Nacht von einem Regenschauer und stärkerem Wind geweckt und mussten mitten in der Nacht die Markise einfahren. Wir hatten uns heute den Wecker gestellt, um nicht zu spät wegzukommen. Nach einem kurzen Kaffee fuhren wir Richtung Charlottetown, der Hauptstadt von PEI. Von den Briten gegründet, hat sie heute ca. 35000 Einwohner. Wir fanden einen Parkplatz am Hafen und erkundeten die Stadt. Die war recht überschaubar. Bei der Rückkehr an die Hafenpromenade aßen wir einen „Beavertail“ (Bieberschwanz). Das ist ein frittiertes Teigstück in Form eines Bieberschwanzes, belegt mit allerlei Süßkram. Mit dem Verzehr dieses Teiles hatten wir bereits um die Mittagszeit den Grenzwert der empfohlenenen Zucker- und Fettmengenhöchstgrenze deutlich überschritten. In einem Wort: babbsiaßondfeddich. Aber lecker war es trotzdem!

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Das Wetter war unbeständig, deshalb gingen wir zurück zum Camper und fuhren jetzt Richtung Nordküste. PEI ist übersichtlich, man erreicht eigentlich von jedem Punkt auf der Insel in max. 1 Stunde das Meer. Auf dem Weg waren wieder Kartoffeläcker und viele kleine Bauernhöfe zu sehen. Unser Übernachtungsplatz ist wieder traumhaft schön direkt am Meer gelegen. „You’ve got a really nice spot“ bemerkte ein vorbeispazierender Mitcamper etwas neidisch.

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In den Sonnenuntergang hinein gab es noch live Folkmusik. Das rundete den Tag wunderbar ab.

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Die Nacht war sternenklar und man konnte deutlich die Milchstraße erkennen , was bei uns zuhause aufgrund der Lichtverschmutzung (u.a. …!!) leider nahezu unmöglich ist. Auf dem Bild ohne technische Nachbearbeitung leider nicht zu erkennen da das menschliche Auge der besten Megapixeltechnologie haushoch überlegen ist.

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15.08. Amherst Shore Provincial Park – Cavendish (PEI)

 

Das Event des Tages war heute die Überquerung der Confederation Bridge zwischen New Brunswick und Prince Edward Island. Die Northumberland Strait trennt die beiden Nachbarprovinzen New Brunswick und „PEI“ (Prince Edward Island sagt kein Mensch zu der Insel) an der engsten Stelle mit ca 13 km. Die Confederation Bridge gehört damit zu den längsten Brücken der Welt.

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Die Insel ist nahezu komplett be(land)wirtschaftet. Kartoffelanbau auf roter Sandsteinerde ist hier überall zu sehen. Böse Zungen sagen, PEI sei nur ein Kartoffelacker mit Meer drumherum. Tatsächlich war die Insel früher bewaldet. Bis wieder einmal die Engländer in den 1760er Jahren die hier lebenden Mi’kmaq-Indianer quasi enteigneten. {politics on} Wenn sich also Amerikaner und Europäer künstlich über eine „Annexion“ der Krim echauffieren, sollte man sich immer auch solche historischen Geschehnisse in Erinnerung rufen und die „double standards“ des Westens registrieren… {politics off}
Im Norden der Insel angekommen, sieht man schon an den Häusern und Golfplätzen, dass hier die Schönen und Reichen und Ganz-schön-Reichen gerne hierher kommen oder wohnen. Trotzdem werden die Häuser komplett aus Holz gebaut und nicht aus Stein. Holzgerippe, OSB-Platten draufgetackert, Oberflächenoptik, fertig.

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Der Campground im Nationalpark war erwartungsgemäß ausgebucht, also gab es heute keinen Platz am Meer. Auf einem kommerziellen Campground fanden wir noch einen guten Platz, allerdings aufgrund der engen Belegung mit wenig Privatsphäre. Da wir keine Lust auf enges „Sardinencamping“ hatten, gingen wir heute ins Restaurant und genossen bei Chez Yvonnes ganz in der Nähe ein herrliches Lobster-Dinner.

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14.08. Five Islands Provincial Park – Amherst Shore Provincial Parks

Der Morgen startete wolkenlos mit einem herrlichen Blick auf die Bucht. Auf dem Weg nach Norden lag der Five Islands Lighthouse Park. Sehr schön zum Picknicken an der Bay gelegen mit einem weiß-roten hölzernem Bilderbuchtleuchtturm. Die 5 Inseln waren durch die Ebbe teilweise zu Fuß erreichbar.
Auf dem Weg nach Parrsboro sahen wir Boote, die aufgrund der Ebbe in einem Flussbett herumlagen.

Nächster Halt war das Fundy Geological Museum, in dem auf einem Rundweg die regionale Geologie und Mineralogie anhand vieler Schautafeln, Minerale und Fossilien erklärt wurde. Kleine und große Fußabdrücke von Dinosauriern waren ausgestellt. Interessant zu erfahren war, dass vor Millionen von Jahren aufgrund der tektonischen Plattenverschiebung die Städte Parrsboro und Casablanca einmal Nachbarstädte gewesen wären 🙂

Von Parrsboro aus fuhren wir über eine 7 km lange Schotterpiste (Kleinigkeit für uns, die wir 1400 km Dempster Highway hinter uns haben 🙂 )zum Forschungszentrum für Gezeitenkraftwerke FORCE (Fundy Ocean Research Center for Energy). Ein sehr freundlicher Mitarbeiter erklärte uns ausführlich die Energiegewinnung mit Unterwasserturbinen, die durch die Gezeiten angetrieben werden. Mit 18 km/h strömen hier 14 Milliarden Tonnen Wasser mit jedem Tidenzyklus durch die Minas Passage. Ein Ziel ist, eine Turbinentechnologie zu entwickeln, die diese Kräfte hier dauerhaft überlebt und damit auch weltweit einsetzbar ist (die erste Konstruktion hielt nur 6 Wochen…) Die für die Passage berechnete Energiemenge beträgt 7000 Megawatt!! Und das alles sauber, nachhaltig, erneuerbar ohne signifikante Umweltschäden.
„May the FORCE be with you“ 🙂

Nach diesem Meilenstein für regenerative Energiegewinnung führten wir unserem Ford-Motor wieder einige Liter mit bestem subventionierten fossilen Brennstoff zu und verließen die Region Bay of Fundy durch das Landesinnere nach Norden zur Northumberland Shore. Das Landesinnere war geprägt von Landwirtschaft und unspektaktulär. Optisch ganz ähnlich wie bei uns.

Angekommen im Amherst Shore Provincial Park erwartete uns wieder ein Campground in gewohnter toller Qalität in einem Wäldchen an der Küste gelegen.
Abends gab es gegrillte Jakobsmuscheln, die wir unterwegs in einem Markt gekauft haben. Eine absolute Delikatesse!

Aufgrund der milden Winter und warmen Sommer in Nova Scotia lassen die Stechmücken teilweise nicht lange auf sich warten und ist es immer eine gute Idee, den grünen Moskito-Schreck „OFF“ dabei zu haben, um in Ruhe Berichte schreiben zu können 🙂

13.08. Parkville – Five Islands Provincial Park

Das Thema heute war den ganzen Tag Ebbe und Flut. Es ist DAS Ereignis in der Bay of Fundy. Mit über 16 Meter Tidenhub legt z.B. der Shubenacadie River zweimal täglich den Rückwärtsgang ein und wird von der Flutwelle flussaufwärts zurück gedrängt. Teilweise ist diese Welle so groß, dass hier Wildwater-Rafting flussaufwärts angeboten wird. Am Fundy Tidal Interpretive Center konnten wir von einem Aussichtspunkt am Shubenacadie River an dessen Ufer genau sehen, wie hoch das Wasser in den Fluss bei Flut aus dem Meer wieder landeinwärts fließt. Wir waren bei Ebbe. Die Flussufer aus rotem Sanstein / -schlamm waren alle gut sichtbar. Hundert Meter weiter von unserem Standpunkt rutschen ein paar Jugendliche mit viel Anlauf und Geschrei im roten Schlamm das Ufer runter.
Bild wird nachgeliefert
Nachmittags waren wir in einem Museum der First Nation der Mi’kmaq. Wie immer eine ungute Geschichte ab der Zeit, wenn die imperialen Europäer ins Spiel kommen. Den Anfang machten französische Siedler. Da ging es wohl noch einigermaßen einvernehmlich ab. Aber dann kamen die Engländer, beanspruchten das Land und vertrieben die Einheimischen. Dazu brachten sie für die Mi’kmaqs unbekannten Krankheiten, die die Bevölkerung erheblich dezimierten. Außerdem wurde ihnen der christliche Glaube „nahegebracht“ und ihre Kinder mussten in Reservaten in die Schule. Dort wurden sie dafür bestraft, wenn sie ihre eigene Sprache gesprochen haben.

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Der heutige Campingplatz im Five Islands Provincial Park gehört zu den besten, die wir bislang in Kanada besucht hatten. Wir haben eine gute Auswahlmöglichkeit an Plätzen und genossen abends diesen Blick auf die Bay of Fundy:

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12.08. Parkers Cove – Parkville (Burntcoat Head)

 

Leider war der Wetterbericht richtig: den ganzen Tag Regen. Eigentlich wollten wir einen englischen Garten besichtigen, haben das aber zugunsten überdachter Aktivitäten verworfen, l e i d e r ! Auf ins Museum. Unser Ziel war das Haliburton House Museum. Ein englisch eingerichtetes Haus eines reichen Richters in der Gegend. Interessant war, dass dieser Richter 11 Kinder hatten, die auf der entgegengesetzten Seite von den Eltern wohnten…

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Dann fuhren wir noch zu einer sehr einsam gelegenen Stelle am Meer (Bay of Fundy),an der der höchste jemals gemessene Tidenhub der Welt war: 17 Meter. Leider war die Sicht schlecht (Nebel) und Ebbe war erst um 23 Uhr. Am nächsten Morgen sind wir nochmals hingefahren, um die „low tide“ zu sehen.

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11.08. Kejimkujik National Park – Digby

Vom Keji aus fuhren wir weiter Richtung Norden an die Küste. Als wir in Digby aus dem Wohnmobil aussteigen, riecht es schon nach Meer. Und weil das Museum, das wir besuchen wollten, Mittagspause machte, gingen wir in ein Restaurant im Hafen und aßen Jakobsmuscheln. Digby hat die größte Flotte von Scallopfischern in Nova Scotia. Neben Hummer also ein weiteres „must eat“ im maritimen Nova Scotia. Danach geht es ins Museum, das nicht mal 1/100 der Sachen hatte wie das gestern, schade.

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Unser heutiger Campingplatz liegt an der Bay of Fundy direkt am Meer, nett! Wir haben direkten Meerblick und geniessen einen tollen Sonnenuntergang.

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10.08. Thomas Raddall Provincial Park – Kejimkujik National Park

Heute ging es nach Liverpool (natürlich in Nova Scotia). Dort besuchten wir ein Museum des berühmten Fotografen Sherman Hines aus Nova Scotia, der die ganze Welt bereiste, dabei viele Fotos machte und alles, was er auf seinen Reisen toll und interessant fand, mitnahm oder sich nach Hause schicken ließ. Seine Frau wollte irgendwann den ganzen Krempel nicht mehr im Haus haben. Deshalb kaufte er „sein“ altes Schulgebäude von Liverpool für 1 Dollar, brachte alles dorthin und machte irgendwann ein Museum daraus. Übrigens, die Tochter seiner früheren Lehrerin heißt Wendy und hatte uns mit vielen interessanten Geschichten durch das Museum geführt.

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Auch das schöne Städtchen Liverpool hat einen Leuchtturm zu bieten. Dieser befand sich nur ein paar hundert Meter weiter im schönen Lighthouse-Park am Meer.

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Das Tagesziel war der dunkelste Ort in Nova Scotia, der „Kejimkujik National Park“, von Einheimischen kurz „Keji“ genannt. Dort ist ein sog. Dark Sky Preserve, ein Ort mit Null-Lichtverschmutzung und damit perfekt für Astro-Fotografie. Der Campingplatz lag wunderschön mitten im Wald, nur 300m vom „Dark Sky Circle“ entfernt. Von solchen Orten gibt es weltweit nur wenige. Der Himmel war sternenklar. Leider war es aber nicht „krabbanacht“, denn der Vollmond machte dem Fotografieren der Milchstraße einen Strich durch die Rechnung.

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Ö

09.08. Hubbards – Thomas Raddall Provincial Park

Während des Frühstücks bei strahlend blauem Himmel wurde die letzte Wlan Verbindung des Tages genutzt um den nächsten Campingplatz zu buchen, da wir diesen heute erst spät erreichen werden.
Das erste Ziel war „Peggy’s Cove“ dem Leuchtturm in Nova Scotia. Als wir dort ankamen, sahen wir schon von weitem, dass das so etwas wie eine touristische Pilgerstätte ist. Massen von Leuten, Autos und Bussen waren unterwegs, um einen rot-weißen Turm am Meer zu sehen. Holger reihte sich in den Pilgerstrom ein und lieferte folgende Bilder:

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Gegen nachmittag waren wir im UNESCO Weltkulturerbe Lunenburg. Von Deutschen und Schweizern gegründet, die von den Kanadiern gerufen wurden, weil die vorhandenen Einwohner zu faul waren und zuviel getrunken hatten. Tatsächlich haben wir an manchen Läden deutsche Fahnen wehen sehen. Zum Glück waren wir heute da, denn eine Einwohnerin erzählte uns, dass morgen ein Fest stattfinden würde und die Straßen des kleinen Städtchens mit tausenden von Menschen bevölkert sein würden. Im Hafen von Lunenburg lag der Schooner „Bluenose“, das berühmteste Schiff, das in Nova Scotia gebaut wurde. Es ziert die Rückseite der 10 Cent Münze.

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Lunenburg ist ein nettes Städtchen mit wunderschöner Hafenpromenade. Bestechend die Häuser mit ihren knalligen Farben.

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So, jetzt endlich heute Abend Camping wie es in Kanada sein muss. In einem Provincial Park, ohne Stromanschluss auf einem Platz mitten im Wald. Die Nachbarn weit weg. Das Holz mit der im Wohnmobil vorhandenen Axt gespalten, die Steaks auf dem Feuer wird erst einmal ein kaltes Bier aufgemacht. Leider sind auch die Moskitos unterwegs . . .

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08.08. Halifax – Hubbards

Nach dem Frühstück hieß es heute erstmal warten auf den Transfer zur Mietstation. Im strömenden Regen wurden wir von unserem Shuttle zur Vermietstation gefahren und haben unser „Schiff“ abgeholt. Nach einer gründlichen Einweisung ging es erstmal nur 2 km weiter zum Walmart um den Kühlschrank etc. zu füllen. Als wir das erste Ziel ins Navi eingeben wollten, stellten wir fest, dass der Akku des eingestöpselten Navi während des Einkaufs nicht voll geladen sondern leer war. Die 12V Bord-Steckdose war ausser Betrieb. Wieder zurück beim Vermieter kümmerten sich 2 Techniker umgehend darum und nach 30 Minuten konnte es dann endlich los gehen. Wir fuhren nur ein kurzes Stück Richtung Süden an die „South Shore“.

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Auf dem ersten Campingplatz angekommen und dank Rückfahrkamera erfolgreich ungestreift eingeparkt, räumten wir unsere Sachen in die Schränke ein und machten uns mit der Technik vertraut. Über Nacht legte sich der der Regen und der Morgen erwartete uns mit bestem Wetter:

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05.08. Zäher Reisestart

Alles, was wir organisiert hatten, klappte. Wer es nicht auf die Reihe kriegte, war Condor mit ihrem Flugzeug. Aber ganz von Anfang. Nach entspanntem Samstagvormittag, letztem Frühstück, alle Sachen im Auto verstauen und Verabschiedung ging es um 11.30 Uhr los Richtung Frankfurt. Ohne Stau dort angekommen, Auto im Parkhaus geparkt und beim Einchecken die Mitteilung, dass der Flug um 3 Stunden verspätet abheben wird. Always look on the bright sides of life. . . so hatten wir mehr Zeit uns mit Marco, einem Freund aus Hamburg, der zufällig auch zur gleichen Zeit auf dem Flughafen war, ausführlich zu unterhalten. Im Flugzeug kam die Durchsage, dass auch der Flug etwas länger dauern würde! So kamen wir erst kurz vor Mitternacht in Halifax an. Das Hotel in der Innenstadt erreichten um 2 Uhr morgens Ortszeit. Am nächsten Morgen holten wir unseren Mietwagen und fuhren ein bisschen in der Stadt herum, denn es regnete abwechselnd heftig und dann wieder garnicht. Nachmittags wurde das Wetter besser und gegen Abend kam sogar die Sonne raus und wir gingen zum Harbourwalk. Dort war ganz schön was los und verteilt in der ganzen Innenstadt waren Kleinkünstler zu sehen und zu hören.
Abends gab es den ersten Hummer.

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Am Montag war blauer Himmel und Sonnenschein. Da heute, nur in Halifax, ein Feiertag war, gingen wir zuerst in das Maritime Museum und bestaunten viele Sachen und Schiffsmodelle. Die Geschichte der Wracks, die an den Küsten von Nova Scotia zerschellten, ist lang und der bekanntesten Geschichte war ein Extraraum gewidmet: der Titanic. Baupläne, Modelle und Fundstücke waren zu sehen.
Eine andere Geschichte, die für Halifax einschneidend war ist die „Big explosion“. 1917 waren zwei Schiffe im Hafen zusammengestoßen und in Brand geraten. Dumm nur, dass ein Schiff riesige Mengen an TNT an Bord hatte. Die Schiffe brannten etwa 20 Minuten. Das reichte, um viele Schaulustige in den Hafen zu locken. Dann flog das Schiff in die Luft und tötete über 1900 Menschen. Viele Tausend wurden verletzt. Halifax war fast komplett zerstört.
Nachmittags ließen wir unseren Wagen von einem kilttragenden Mitarbeiter des Hotels vorfahren und fuhren zur Vervollständigung noch zum Friedhof der Opfern der Titanic.

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Abends gab es „Poutine“ ein typisch kanadisches Gericht. Pommes, Soße und Käse. Sagen wir mal so: wir haben es probiert…

Nova Scotia

Die Provinz besteht im Wesentlichen aus einer Halbinsel im Atlantischen Ozean und der Cape-Breton-Insel nordöstlich des Festlandes. Unzählige Buchten und Fischerorte säumen die Küste.

Nova Scotia ist flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas. Bei einer Größe von 55.284 km² (96,5 % Landmasse und 3,5 % Wasser) ist kein Punkt in Nova Scotia mehr als 56 km vom Meer entfernt. Hier leben ca. 940.000 Einwohner.

Der maritime Charakter der Provinz kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass sich ihre vier extremsten Punkte alle auf Inseln befinden: Im Süden das Cape Sable auf der gleichnamigen Küsteninsel, im Westen die ebenfalls in Küstennähe befindliche Brier-Insel, am nördlichsten Punkt der Insel die in der Cabotstraße gelegene Sankt-Paul-Insel und im Osten die ca. 175 km vor der Küste gelegene Sable-Insel.

Nova Scotia ist näher als man vermutet. In nur 6-7 Stunden Flugzeit ist die Metropole Halifax ab Deutschland per Direktflug zu erreichen.

Unterstützt durch die Wärme des Golfstroms herrscht hier ein für kanadische Verhältnisse überaus warmes, sehr angenehmes Klima mit winterlichen Durchschnittstemperaturen zwischen 0 °C bis −10 °C und angenehmen Sommern mit durchschnittlichen 15 bis 18 °C.