Category Archives: Reisebericht Yukon 2015

Whitehorse

Nach einem letzten Volltanken fuhren wir heute morgen zu Fraserway. Die Rückgabe des Campers ging schnell vonstatten. Kleinere Schäden am Fahrzeug wurden kulanterweise nicht berechnet.

Für den letzten Tag haben wir uns am Airport einen Mietwagen ausgeliehen. Damit sind wir heute und morgen flexibel und mobil und können morgen nachmittag direkt zum Flughafen fahren ohne den ganzen Tag nach dem Hotel-Checkout mit dem ganzen Gepäck irgendwo herum zu sitzen.

Nach dem Hotel Check-in sind wir mittags – das Wetter wurde nicht besser – im Regen kreuz und quer durch die Stadt gefahren und haben uns diverse Geschäfte angesehen. Bei guter Musik gab es abends im urigen Hotel-Restaurant einen Bison-Burger und Lachs zum Dinner.

Morgen nach dem Checkout werden wir je nach Wetter noch kleinere Unternehmungen vornehmen, bevor wir um 16 Uhr am Airport einchecken. Unser Heimflug erfolgt dann planmäßig 18:40 Uhr und beendet einen traumhaften Urlaub mit unglaublichen Eindrücken.

Alles weitere dann live und in Fabe 🙂

Over and out.

Lake Laberge – Whitehorse

Nachtrag zum letzten Bericht: Die Übernachtung am Lake Laberge wurde noch unerwartet spannend. Der letzte Bericht war geschrieben und eigentlich wollten wir nach Anbruch der Nacht (diesmal schon kurz vor 22 Uhr) aufgrund des leichten Nieselregens gerade die Schotten dicht machen, da trottete doch glatt ein Grizzly direkt am Wohmmobil vorbei und lief zum See hinunter!! Er lief am Ufer entlang direkt auf einen Nachbarplatz zu, an dem die Leute noch am Lagerfeuer saßen. Davon allerdings erschreckt drehte er um und kam gleich wieder bei uns vorbei. Als er uns am offenen Fenster sah, erschrak er noch mehr, schaute kurz auf zu uns, rannte ein paar Schritte weiter und verschwand in der Dunkelheit. Zum Glück waren wir nicht so hartgesotten und saßen wie unsere Nachbarn draußen…

Am Morgen wurden wir um 10 Uhr durch Rangierversuche unseres Nachbarn geweckt, der einen Monsteranhänger an seinen Pickup ankuppelte und aus seinem Platz herausmanövrierte. Es regnete immer noch und so fuhren wir nach Whitehorse auf unseren letzten Übernachtungsplatz. Full Hookup und eine letzte Hochdruckreinigung des Campers und Innenreinigung waren angesagt. Morgen soll die Rückgabe erfolgen. Wir hatten einen sehr netten Nachbarn Dave, der mit seiner Familie gerade von Seattle nach Anchorage übersiedelte. Dort hatten sie sich eine 12 ha große Farm gekauft. Auf meine Frage, warum gerade Alaska (kalt!) sagte er „It’s a dream, an adventure, you only live once!“. Für den Fall, dass wir einmal nach Alaska kommen, gab er uns seine Adresse und lud uns ein ihn dort zu besuchen.

Nach der Reinigung des Fahrzeugs genehmigten wir uns selbst eine ausführliche Dusche und fuhren abends nach Whitehorse Downtown zum Essen. Im urig gemütlichen Klondike Rib & Salmon BBQ gab es „Elk Stroganoff“ und „Reindeer Stew“. Beides schmeckte sehr gut, vergleichbar mit Rind bzw. Hirsch.

 

Atlin Lake – Lake Laberge

Der Wind gestern Abend war der Vorbote eines Tiefs, das gestern Nacht hereingezogen ist. Wir fahren bei Regen wieder gen Norden und machen wieder kurz Halt in Carcross. Der General Store gegenüber vom Bahnhof hatte beim letzten Besuch schon zu. Heute schauen wir mal hinein. Der Laden ist eine Mischung von Verkaufsgeschäft und Antiquitätensammlung.

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In der Sourdough Bakery holen wir uns etwas zum Kaffee. Die Einrichtung ist antiquiert mit einigen Fundstücken aus der Golgräberzeit, macht aber einen gemütlichen Eindruck. Die Produkte sind alle handgemacht und schmecken sehr gut.

Nördlich von Carcross ist die „kleinste Sanddüne der Welt“, ein großer Sandhaufen halt. Nach 2 Minuten Stopp geht es weiter, da hinter uns ein Bus voller Touristen aufläuft. Das Marketing funktioniert 😉

Nach ein paar Kilometern folgt der „Emerald Lake“ der mit unglaublichen Grüntönen im Tal liegt. Wie schön das wohl bei Sonnenschein ist??? Da müssen wir wohl noch mal wiederkommen 😉

Die weitere Fahrt nach Whitehorse ist unspektakulär durch viel Wald. Wir entschließen uns, unseren ersten Campingplatz, den Lake Laberge, noch einmal anzufahren. Wenn schon Regen, dann mit bester Aussicht. Unser Lieblingsplatz ist noch frei und wir verwenden unseren letzten Gutschein für einen Government-Campground.

 

Tagish Lake – Atlin Lake

Auf der Fähre haben uns andere Reisende emfohlen, noch das Örtchen Atlin zu besuchen. Da wir durch das bescheidene Wetter im Kluane Nationalpark ein paar Reservetage haben, nutzen wir das perfekte Wetter und der Highway 7, auch Atlin Road genannt, bringt uns durch viel Wald wieder in den Süden bis nach British Columbia. Das Dörfchen Atlin ist sehr schön am großen Atlin Lake (163 km lang und bis 8 km breit) gelegen, umrahmt von Bergen, die teilweise gletscherbedeckt sind. Am kleinen Hafen gibt es Lunch aus einem winzigen Cafe. Natürlich „to go“, wenn ein solcher Platz zum Essen lockt. . .

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Die Bewohner hier sind ein bunter Mix von Künstlern, alternden Hippies, Buschpiloten, Goldgräbern und Tlingit-Indianern, die hier in ihren bunten, sehr unterschiedlichen Häusern leben. Viele Häuser haben hier die typische Wildwest-Fassade und dahinter ein vergleichsweise winziges Gebäude.

Auf der Fahrt nach Atlin haben wir bereits ein paar gute Möglichkeiten zur Übernachtung ausgespäht, da wir den gleichen Weg wieder zurück müssen. Auf einem Rastplatz mit 6 Plätzen sind wir die einzigen und können uns einen Platz direkt am Atlin Lake mit schöner Picknickeinrichtung aus Stein und Feuerstelle heraussuchen. Leider wird es am Abend etwas stürmisch, so dass wir auf ein gemütliches Lagerfeuer verzichten müssen 🙁
Der einzige Nachbar 🙂

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Haines – Skagway – Tagish Lake

Heute geht es mit der Fähre nach Skagway. Die einstündige Fahrt genießen wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Sonnendeck. In Skagway angekommen trifft uns fast der Schlag. Hier haben 4 riesige Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig angelegt und ihre geschätzt 14.000 Passagiere auf das kleine Städtchen losgelassen. Hier ist man aber bestens auf so einen Ansturm vorbereitet und die Geschäfte im Disney-Look machen es den Besuchern leicht, in kurzer Zeit viel Geld auszugeben. Uns schreckt das jedoch ziemlich ab und wir fahren deshalb ohne anzuhalten durch.

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Von Skagway aus fährt der White Pass Express bis zum White Pass Summit und weiter nach Carcross. Wir tun dasselbe auf dem Klondike Highway. Kurz nach erreichen der Passhöhe überqueren wir zum letzten Mal die Grenze von USA nach Kanada.

Bis wir Carcross erreichen, fahren wir durch eine Landschaft, die zu den schönsten unserer bisherigen Strecke gehört. Teilweise oberhalb der Baumgrenze umgeben den Klondike Highway zahllose Seen, einer schöner als der andere.

Anschließend nehmen wir die Tagish Road nach Osten und campieren auf dem Tagish Lake Campingplatz, der unter der Verwaltung der First Nations, wie die Indianer-Nachfahren genannt werden, steht. Das übliche Lagerfeuerbild sparen wir uns heute 🙂

Haines (Bärenalarm!)

Gemäß Wetterbericht soll der heutige Tag ganz ordentlich werden. Der Besitzer des Campingplatzes gab uns einen Tipp, wo wir mit einiger Wahrscheinlichkeit Bären sehen können. Eine Bärenmutter mit 2 Jungen hat hier in der Nähe an einem Fluß ihr Revier und zeigt dort ihren Jungen, wie man Lachse fängt. Wir fahren früh los, holen uns aus einer Bäckerei etwas zum Frühstück und fahren zum Chilkoot Lake. Auf der Fahrt dorthin entlang am Chilkoot River ist nichts zu sehen. Nach dem Frühstück am See, der vor Lachsen nur so wimmelt, fahren wir wieder zurück. Da sehen wir die Bärenmama im Fluß und im Rückspiegel plötzlich die 2 Jungen auf der Straße herumtollen. Sieht das nicht so aus, als ob uns der pelzige Nachwuchs die Zunge rausstreckt?

Die beiden werden von ihrer Mama erstmal wieder eingesammelt und nach einer Prüfung, ob die Onkels mit den Fotoapparaten an der Straße den Jungen nicht zu nahe kommen, gibt es die nächste Lektion im Fische fangen.

So wird`s gemacht! Und nun Essen fassen!

 

Etwas weiter flußabwärts gibt es die nächste Lektion. Aber die Jungen sind von den vielen Schulstunden wohl schon satt und interessieren sich eher für die nähere Umgebung, auch für die Fotografen! Die retten sich vorsichtshalber flink in ihre Autos, bevor die Bärenmutter hier eingreifen muss… 🙂

1 Stunde und 400 Bilder später erkunden wir Haines und die nähere Umgebung. Wenn das Wetter mitspielt, lässt es sich hier sehr gut aushalten . . .

Pine Lake (Haines Junction) – Haines

Von Haines Junction geht es im Regen die Haines Road nach Süden. Vorbei am schönen Kathleen Lake. Wir können nur die Objekte in Bodennähe betrachten, die ansatzweise sichtbare Bergkulisse bleibt weiter hinter Wolken verborgen.

In einem kleinen Indianerdorf machen wir einen Stopp. Neben den einfachen Blockhäusern gibt es auch traditionelle Holzhütten zu sehen, wo der Lachs zum trocknen filetiert und aufgehängt wird.

Direkt neben dem Dorf ist ein kleiner Fluß, in dem Lachse mit letzter Kraft, immer wieder mit Pausen, stromaufwärts schwimmen. Diese sind für Weißkopfseeadler und Bären natürlich leichte Beute. Wie der Adler allerdings so einen Lachs mit gut 60-70 cm Länge abtransportieren will…?

Auf dem höchsten Punkt der Haines Road, dem „Haines Highway Summit“ mit 1070 Meter sind wir nur knapp unterhalb der Wolken. Einen Abstecher machen wir zu den Million Dollar Falls.

Wieder steht ein Grenzübertritt nach Alaska an. Der Officer inspiziert unseren Kühlschrank und beschlagnahmt unsere Eier. In Ontario gelegt, von uns im Yukon gekauft, ist die Einfuhr nach Alaska nicht erlaubt. Na ja, wenn das Alaska hilft, soll’s uns recht sein… Nach weiteren knapp 40 Meilen erreichen wir das Hafenstädtchen Haines. Diesmal nehmen wir einen kommerziellen Campingplatz mit „Full Hookup“, also Strom, Wasser, und Abwasseranschluss. Auf Cable TV Anschluss verzichten wir mangels TV 🙂

Congdon Creek (Kluane Lake) – Pine Lake (Haines Junction)

Seit heute Nacht regnet es in Strömen. Links der Kluane Lake, rechts die schneebedeckten Gipfel der St. Elias Mountains. Eine Traumkulisse. So die Theorie und was man so lesen kann. Wir sehen leider nur überwiegend tief hängende Regenwolken.

Erst nach und nach wird es besser. Wenn man sich vorstellt, wie diese Farben erst bei Sonnenschein leuchten…

Nach dem Kluane Lake machen wir einen Abstecher nach Silver City. Eine „Ghost Town“ aus der Goldgräberzeit. Die zerfallenen Blockhäuser sind stark überwuchert, man erkennt aber noch gut Wohnräume, Stallungen und Lagerräume. Ein alter Pickup-Vorläufer steht herum und rostet vor sich hin.

Wir kommen nach Haines Junction. Hier gabelt sich der Highway nach Osten (Whitehorse) und weiter nach Süden (Haines, wieder Alaska). Wir machen hier erst einmal Stopp im Pine Lake Campground. Wie immer herrliche Lage. Wir haben einen wunderbaren Platz, der See ist nur durch ein paar Bäume getrennt. Das Wetter hat sich inzwischen stabilisiert und zum BBQ-Dinner gibt es sogar noch ein paar Sonnenstrahlen.

 

Tok – Congdon Creek (Kluane Lake)

Nach einem erneuten Frühstück bei Fast Eddy’s geht es nun wieder Richtung Yukon. Der Grenzübertritt geht nach Beantwortung der üblichen Fragen schnell vonstatten. Zwischen den Grenzposten ist ein schöner Rastplatz aufgebaut, der die Verbundenheit der Amerikaner mit den Kanadiern veranschaulichen soll. Auch auf einer Bank kann man sich niederlassen, eine Hälfte in Alaska, die andere im Yukon.

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Unterwegs wieder die Wahnsinnsfarben des beginnenden Indian Summer, in diesen Breitengraden schon im August.

 Die weitere Fahrt war ansonsten unspektakulär. Die Straße war mitunter eine ungeteerte schlaglochreiche Schotterpiste. Aber das ist für uns kein Schocker mehr, wir haben da inzwischen Übung. Für Glattasphaltfahrer natürlich der Aufreger 🙂 Unser Campingplatz liegt direkt am Kluane Lake. Die staatlichen Campgrounds sind wirklich super klasse. Pikobello Klohäuschen, Feuerholz immer vorhanden, Picknicktisch und -platz immer super gepflegt. Für 12 CAD unschlagbar. Überhaupt ist Yukon extrem sauber. Hier findet man keinen Müll am Straßenrand, im Wald oder sonst irgendwo! Heute gibt es Sirloin-Steak, Baked Potatoes an gegrillten Paprika mit Naan-Brot.

 

Valdez – Tok

Obwohl wir dieselbe Strecke nach Tok zurückfahren mussten („wir haben hier nicht so viele Straßen…“) war diesmal der Eindruck total anders. Auf der Hinfahrt regnerisch und dunstig, herrscht heute strahlender Sonnenschein und die Landschaft scheint eine ganz andere zu sein. Wir haben an vielen Stellen noch einmal angehalten und viele neue Dinge entdeckt.


Kaffeepause im Sonnenschein draußen macht bei dieser Aussicht viel mehr Spaß!


Auf der Hinfahrt gingen die Wrangell Mountains völlig im Regendunst unter. Nun zeigten sie sich bei strahlendem Sonnenschein in ihrer vollen Schönheit. Links oben ist der Mount Wrangell, ein mit Gletschern bedeckter aktiver Vulkan. Rechts oben: Mt. Blackburn mit 4996 m Höhe der höchste der vier Berge. Alle vier Berge sind zwischen 4000 und knapp 5000 Meter hoch und ganzjährig schneebedeckt. Da kann man nur sagen: „This view rocks!!!“ – selbst noch im Rückspiegel!


Und hier die angeforderten Elchbilder. Bären haben sich bisher noch vornehm zurück gehalten. Aber wir sind ja noch ein paar Tage da.


Unser Campingplatz, unser Strand, unser Fluss (Tok River) und unser Sonnenuntergang. . .

Valdez

Valdez ist als“Regenloch“ bekannt. Hier gibt es mit die höchsten Niederschläge in ganz Alaska. Keine guten Vorraussetzungen für eine Tages-Kreuzfahrt im Prince William Sound. Anhand der Prognosen unserer Wetter-App haben wir uns in Tok entschieden nicht zurück nach Kanada, sondern in den Süden nach Valdez zu fahren. Bisher hatten uns die Wettervorhersagen nicht enttäuscht und heute haben wir einen perfekt sonnigen Tag erwischt. Mit Captain Fred und seiner LuLu Belle machen wir uns auf zum Columbia Glacier durch den Prince William Sound.

Das Schiff war komfortabel mit Orientteppichen ausgestattet und Captain Fred wies ausdrücklich darauf hin, dass man sich die Schuhe vor dem Besteigen des Schiffes putzen sollte 🙂 Captain Fred war ein Alleinunterhalter mit viel Detailwissen der Region und Alaska, das er uns stundenlang in unterhaltsamer Art im Stile eines Radiomoderators vermittelte. So wurde die, laut GPS-Tracker über 200 km lange und 10 Stunden dauernde Fahrt, zu keinem Zeitpunkt langweilig.

Entlang der Küstenlinie gab es viel zu sehen. Weißkopfseeadler, Seelöwen, Seeottern und viele andere tolle Motive.

Captain Fred steuerte sein Schiff mit absolutem Können und fast 40 Jahren Erfahrung derart feinfühlig und geschickt, dass wir sogar mit dem Bug in eine Höhle hineinmanövrierten und dort ganz versteckt Papageientaucher beobachten konnten. Man konnte vom Schiff aus die nackten Felsen berühren.

Trotz strahlendem Sonnenschein wurde es dann merklich kühler. Die ersten Eisberge tauchten auf. „Icebergs“ wie der Amerikaner sagt 🙂 Da stellte sich grundsätzlich die Frage: Welche Farbe hat eigentlich Eis?? Weiß war hier nicht die Hauptfarbe, sondern eine Fülle von Blau und Türkisfarbtönen.

Schließlich tauchte die riesige Wand des Columbia Gletschers auf. 60 km lang (nur aus der Luft zu sehen) mehrere km breit und 60 Meter hoch (!!), gigantisch. Wir fuhren relativ nah heran und das Eis knackte unentwegt. Immer wieder stürzten große Brocken ins Wasser.

Mit lautem Krachen löste sich plötzlich ein hochhausgroßes Stücke und stürzte ins Wasser. Der ausgelöste Mini-Tsunami ließ unser Schiff auch noch ein paar hundert Meter entfernt ordentlich schwanken.

 

Squirrel Creek – Valdez

Es hat die ganze Nacht in Strömen geregnet und auch am Morgen ist kein Ende in Sicht. Heute geht es die letzten 140 km nach Valdez. An unserem Richardson Highway entlang verläuft auch die 1977 in Betrieb genommene Trans-Alaska Pipeline, in der das in der Beaufort Sea geförderte Rohöl quer durch Alaska nach Valdez, unserem heutigen Ziel, gepumpt wird.

Die Sonne kämpfte sich durch die Regenwolken und das Wetter wurde zunehmend besser. Die Landschaft verändert sich nun schnell in eine alpine Umgebung, wir überqueren die Alaska Range am Thompson Pass.

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Vorbei an gigantischen Gletschern und Wasserfällen

kommen wir nach Valdez im Süden von Alaska am Prince William Sound. Valdez ist ein schmuckes Städtchen mit knapp 4000 Einwohnern und „bewegter“ Vergangenheit. Ein Erdbeben mit folgendem Tsunami zerstörten die Stadt 1964 vollständig. 1989 war die Stadt in aller Munde, als der Supertanker Exxon Valdez auf ein Riff auflief und den gesamten Prinz-William Sound mit 40 Millionen Tonnen Öl verschmutzte. Es brauchte einige Anstrengung die 2000 km lange Küstenlinie wieder zu reinigen. Über 10000 Leute waren damit 4 Jahre lang beschäftigt.

Das alles wird sehr ausführlich im örtlichen Museum gezeigt. Man lernt dort, was der gemeine Goldgräber an Ausrüstung benötigte und konnte sogar in den alten Goldgräberlisten nachforschen, ob sich nicht die eigenen Vorfahren an der Goldsuche beteiligten. Wir haben doch tatsächlich drei Ludwigs gefunden!

Im „Alaska Halibut House“ haben wir auf Empfehlung ein „Halibut Sandwich“ gegessen. Am Hafen und später auf dem Campingplatz konnten wir freilaufende Kaninchen beobachten. Jetzt haben wir auch das Passwort für das Wifi verstanden: „Watch4Bunnies“ 🙂

Tok – Squirrel Creek (South Glennallen)

Trotz „NO SHOOTING FROM ROADWAY“ haben wir trotzdem einige Bilder geschossen 🙂 Die meisten aus dem Auto heraus, da es fast den ganzen Tag geregnet hat. Die bis zu 4996 Meter hohen, schneebedeckten Berge der Wrangell Mountains gingen leider im Dunst unter. Bei schönem Wetter sicherlich eines der Highlights auf dieser Strecke.

Auch heute kamen wir an vielen Relikten aus der alten Goldgräberzeit vorbei. Die Gakona Lodge, ein historisches Roadhouse versorgt seit 1904 die Reisenden, die damals eher mit Pferden und Planwagen unterwegs waren. Es ist eines der ältesten Roadhouses Alaskas und immer noch in Betrieb. Laut Reiseführer sollten wir auf der Strecke auf Elche achten, aber die waren bei diesem Wetter wohl auch nicht unterwegs. Am Alaska Hub, einem Versorgungspunkt an der Kreuzung des Glenn Highway und des Richardson Highway treffen sich alle die Tank und Bauch füllen wollen, vom PKW bis zum ellenlangen Monster-Truck.

Bei Dauerregen stehen wir schließlich auf dem Squirrel Creek Campground. An dem kleinen See ist eine Biberfamilie zuhause, die man zwar mit einem Boot besuchen könnte, aber in Ruhe lasssen soll. Holz hacken, Feuer machen und Grillen fällt heute aus … schade. Aber wir konnten heute unsere Glacier Wildlife Cruise mit der „Lu-Lu Belle“ in Valdez buchen, die wir am Mittwoch bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein machen werden.

 

Dawson City – Tok/AK – Top Of The World Highway

Nach grandiosem Wetter gestern wurden wir leider von einem ungemütlichen Nieselregen geweckt. Heute fuhren wir den Top of the World Highway, die nächste Traumstraße mit grandioser Landschaft, die leider bei dem Wetter nicht so richtig zur Geltung kam. Der Highway schlängelt sich entlang einer Bergkette, von der man auf beide Seiten in die Täler sehen kann. Gegen Mittag wurde es freundlicher und wir sahen kurz vor der Grenze zu Alaska noch eine Gruppe Karibus. Mitten im Nirgendwo tauchte dann der Grenzposten auf. Dort wurden unsere Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Wir bekamen einen schönen Elchstempel in unseren Pass und durften dann weiter auf der dreckigen, einsamen Straße nach Chicken weiter fahren. Chicken war früher ein alter Goldgräberposten in the middle of nowhere. An der weiteren Strecke waren aktive Goldsucher am Werk und drehten jeden Stein an einem Bach um. Natürlich nicht mit der typischen Schale, sondern mit schwerem Gerät. Dann kamen wir nach Tok, unserem Tagesziel. Wir aßen im „Fast Eddy`s“ einen leckeren Burger und parkten unser WoMo auf dem Sourdough Campingplatz. Vorher wurde der Dreck der letzten Woche von unserem Wohnmobil mit dem Hochdruckreiniger entfernt. Wir können nun wieder durch alle Scheiben sehen, juhu. Abends gab es einen Pfannkuchenwerfwettbewerb. Niemand hat getroffen. . . also müssen wir morgen für unser Frühstück bezahlen, schade.

Eagle Plains – Dawson City

Heute steht die letzte Etappe des Dempster Highway von Eagle Plains nach Dawson City auf dem Programm. Noch einmal ist „höggschde Konzentration“ gefordert, wenn man nicht in eine Serie von Schlaglöchern reinrauschen will. Neben der Strecke zeigen sich aber zum Ausgleich immer wieder wunderbare Motive.

Geschafft!! „DID THE DEMPSTER!“ 1480 km Schotterpiste sind bezwungen. Die erste Traumstraße kann abgehakt werden. Wir und unser WoMo haben diese nicht ganz ungefährliche Strecke auch dank gutem Wetter ohne Schaden überstanden. Dass dies nicht immer gut so läuft, konnten wir letzte Nacht in Eagle Plains erleben, als ein unterwegs gestürzter Motorradfahrer von einem PKW aufgelesen wurde und auf der Rückbank mehr oder weniger bewusstlos 60 km nach Eagle Plains gefahren wurde. Ein Notarztteam versorgte ihn im Motel die ganze Nacht bis er am frühen Morgen mit dem Hubschrauber nach Dawson City geflogen wurde.

Ein Squirrel verabschiedet uns, bevor wir weiter nach Dawson City fahren. Neben der Strecke konnte man sehen, wie durch die Gier nach Gold ganze Landstriche umgewälzt wurden und jeder Kubikmeter nach dem Edelmetall ausgewaschen wurde. Es wurde ein Loch gegraben und mit Wasser gefüllt. Eine sogenannte „Dredge“ baggerte dann den steinigen Schlamm in eine Siebvorrichtung, wo das Sediment nach Gold ausgewaschen wurde. Der „Abfall“ wurde nach hinten ausgeworfen, was die Landschaft mit wellenförmigen Kieshaufen „verzierte“. Eindrucksvoll sahen wir dies von einem Hügel aus, der auch einen Panoramablick auf Dawson City und den Zusammenfluss von Klondike River und Yukon River ermöglichte.

Nach einer Fährfahrt über den Yukon erreichten wir dann unseren Campingplatz, der direkt am Ufer des Yukon in einem Wald lag. Ein Abend mit Barbecue am Lagerfeuer beendete den Tag.

 

Inuvik – Eagle Plains

Heute wollten wir direkt zum Frühstück in das „Cafe Gallery“, denn dort sollte es kostenfreies Internet geben. Zum Frühstück gab es nur ein Sandwich because „bacon and eggs are gone“. Wenigstens der Kaffee war gut. Das Internet war toooootaaaaal lahm und deshalb ging nur ein Drittel der Berichte raus. Dann eben shoppen und ein bisschen Inuvik anschauen. Am Flughafen haben wir es nochmal mit Internet probiert. . . wieder nix.

Dann eben wieder Richtung Süden. Die Straße war heute so viel staubiger und wenn uns ein Truck begegnete, dann musste auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst werden. Die Landschaft war immer wieder „breathtaking“.

Wir überqueren zum zweiten Mal den Polarkreis. Es ist spät nachmittags und wir machen nochmal Halt. Hier trafen wir auf 3 Tramper aus Quebec, die nach Dawson City wollten und von ihrer Mitfahrgelegenheit hier in the middle of nowhere herausgelassen wurden. Immer wenn ein Auto vorbeifuhr machten sie einen Sprint auf die Straße, um zu trampen. Sie hatten beim zweiten Auto Glück und ein großer Pickup nahm sie mit ihrem ganzen Gepäck mit.

Im Eagle Plains Hotel versuchten wir es wieder mit dem Internet, aber bis jetzt, 23.30 Uhr hat es noch nicht geklappt. Hier im hohen Norden merkt man, wie verwöhnt wir zuhause mit der ganzen Technik sind. Hier oben haben wichtigere Dinge Priorität. 0:00 Uhr – Gute Nacht, Canada, guten Morgen Deutschland.

Eagle Plains – Inuvik

In aller Frühe machen wir uns auf den Weg. Erstes Ziel ist der Polarkreis, wo wir in herrlicher Kulisse der Richardson Mountains frühstücken. Die Sonne steht noch tief und scheint unter der Wolkendecke durch auf unseren Frühstückstisch.

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 Durch die Richardson Mountains geht es weiter nach Norden. Wir verlassen den Yukon nach gefühlt unendlicher Strecke und erreichen die Grenze zu den Northwest Territorries.
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Die Schotterpiste schlängelt sich Kilometer für Kilometer durch die Tundra. Immer wieder kommen uns Trucks entgegen, die eine gigantische Staubwolke hinter sich herziehen. Die Sicht ist dann erstmal gleich Null, weshalb man gut beraten ist, langsam zu fahren, um nicht in eine Folge von Schlaglöchern zu fahren. Auf der gesamten Strecke treffen wir immer mal wieder auf einsame Baumaschinen oder ganze Kolonnen, die mit schwerem Gerät die Straße ausbessern. Das heißt Tonnen von Schotter auf die Fahrbahn kippen, danach gleichmäßig verteilen und dann verdichten. Da heißt es dann rechts oder links vorbeifahren, wo halt eben Platz ist. Bei km 539 kommen wir zum Peel River Crossing. Die kostenfreie Überfahrt erfolgt mit einer kleinen Fähre, die an einem über den Fluß gespannten Stahlseil entlang gezogen wird. Die Auf- und Abfahrt auf die Fähre geht über eine Klappe, die auf das unbefestigte Ufer aufgelegt wird.
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Eine weitere Flußüberquereung steht an. Diesmal über den MacKenzie River, der hier schon mächtig breit ist. Die Strömung ist hier deutlich zu sehen und zu spüren. Das weitverzeigte Delta des MacKenzie ist nach dem Amazonas und Mississippi das drittgrößte Flußdelta der Welt.
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Das Wetter wird ab dem Nachmittag sehr sonnig und in der Mittagspause ist es in der Sonne fast schon unerträglich heiß. Nach schier unendlicher Fahrt durch arktische Fichtenwälder erreichen wir bei km 736 das Ende des Dempster Highway, das Städtchen Inuvik mit 3485 Einwohnern.
Um 5 Uhr nachmittags zeigt das Thermometer der Main Street 16 Grad. Wir sind 330 km nördlich des Polarkreises!!!
Abends wollten wir Rentier essen, aber das Restaurant hat schon um 8 Uhr zugemacht. Vielleicht morgen, aber das muss noch auf jeden Fall sein. Also war Selbstgrillen am Lagerfeuer angesagt. Aber da der Sonnenuntergang wieder mal 5 Stunden dauert, ist keine Eile geboten. Um 23 Uhr ist es ja noch taghell.

Tombstone Mountains – Eagle Plains

In der Nacht hatte es leicht geregnet. Dass wir uns in über 1000m Höhe befanden, ging auch an den höheren Bergen nicht spurlos vorbei. Sie zeigten sich mit dem ersten Schnee bedeckt. Morgens mussten wir zum ersten Mal die Heizung anwerfen. Langärmelige T-Shirts und Fleece gehören jetzt zur täglichen Kleidung. Die Mütze und die Handschuhe liegen auch schon bereit . .

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Alle paar Kilometer zeigten sich spektakuläre Panoramen dieser einzigartigen Landschaft. Hinter jeder Kurve tauchen neue, atemberaubende Blickrichtungen auf. Vom Sumpf über wilde Wasserläufen bis zur schroffen Bergkämmen.

Der Dempster Highway ist Kanadas einzige ganzjährig befahrbare öffentliche Straße, die den Polarkreis überquert. Sie ist auf der ganzen Länge von 736 km (einfach!) nicht asphaltiert. Der Zustand dieser Schotterpiste variiert von gut mit 80 km/h zu befahren bis zu Abschnitten voller Schlaglöcher, die man eher in Schrittgeschwindigkeit passieren sollte. Die Versorgungs-Trucks kümmert das wenig, die rauschen durch, als ob es kein Morgen gäbe. Der Highway ist eine Dauerbaustelle. Das konnten wir unterwegs immer mal wieder spüren sehen.

Eine besonders mineralreiche Gegend wird von Bächen ausgewaschen, die sich und alles was sie umspülen durch Schwefel und Eisenoxid rot bis braun einfärben. Es wird darauf hingewiesen, das Wasser hier nicht zu trinken…

Einer von vielen kleinen Seen, die die Elche gerne zum grasen nutzen. Leider hier ohne Elch.

Ziel des Tages ist die Eagle Plain Lodge. Hier wohnen doch tatsächlich ganzjährig (?) 8 Einwohner. Diese einzige Tankstelle und Service-Station hier weit und breit ist Pflicht, will man nicht auf der weiteren Fahrt mit leerem Tank liegen bleiben. Auf dem einfachen Platz machen wir Rast, bevor wir morgen den Polarkreis überqueren. Wir schreiben den Bericht bis 23 Uhr und es ist immer noch hell . . .

 

 

Lake Laberge – Tombstone Mountains

Guten Morgen Yukon, anstatt der Stuttgarter Zeitung eine andere Art der Morgenlektüre (man kann ja nie wissen). Heute geht es weiter nach Norden Richtung Dawson City ( ja richtig, in die Stadt, die während des Goldrausches 30 000 Einwohner hatte). Im Dawson General Store mussten wir noch ein paar Sachen einkaufen und danach machten wir einen kleinen Stadtrundgang. Wir kamen auch am Saloon vorbei, aus dem stilecht Livepianomusik herausschallte. Auf dem Weg heraus aus der Stadt sah man die Geröllhalden, die zeigten, dass rund um die Stadt jeder Stein mindestens einmal auf der Suche nach Gold umgedreht wurde.


So, das war jetzt genug Aufregung jetzt ging es zurück zur Abzweigung zum Dempster Highway, der uns direkt in die Einsamkeit des Norden führen soll. Wie die Schilder am Eingang belegen, ist man ab jetzt eigentlich auf sich selbst gestellt. Unser erstes Ziel war der Tombstone Territorial Park. Im Infocenter lagen Bärenfelle, Schädel verschiedener Tiere und dort bekam man auch Behälter, um Essen bärensicher zu verstauen. Mehrere Wanderer saßen vor einem Monitor. Dort lief ein Film über das Verhalten bei einem Bärentreffen in der Wildnis. Sie waren alle sehr aufmerksam!!!

 

Let’s go

Nach einer verrückten Nacht im Hotel in Whitehorse (um 20 Uhr müde, aber morgens um 3 Uhr 1 Stunde wach gewesen), Frühstück und dann um 10 Uhr shuttle service zu Frazerway. Koffer auspacken und dann los zum Superstore. Leider war der Laden so riesig, dass wir fast zwei Stunden brauchten, um alles zu finden. Unsere Rechnung war über 200$ also haben wir eine Kiste Nektarinen umsonst bekommen. Nachdem alles verstaut war, ging es endlich los. Für den restlichen Tag hatten wir uns nur 35 km bis zum Lake Laberge vorgenommen. Dort fanden wir noch einen tollen Platz direkt am See. Holger hat sich sofort die bordeigene Axt geschnappt und angefangen das bereitliegende Holz zu hacken. Sobald das Feuer brannte, wurden die Kartoffeln in die Glut gelegt, das Steak bruzzelte kurz danach. Eine Weile nach dem Essen wurde es kühler, aber nicht dunkel. Um 22.30 Uhr gingen wir so langsam ins Bett, aber dunkel war es noch immer nicht. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen. Holger war bis um 12 Uhr wach, aber dunkel war es da immer noch nicht.

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Frankfurt – Whitehorse

Wir können morgens gemütlich ausschlafen und ausgiebig frühstücken. Das Hotel-Shuttle fährt ab 5 Uhr im 20-Minutentakt. Nur noch mit dem Handgepäck bepackt lassen wir uns um halb zwölf zum Airport fahren.

Der Flug DE 7064 mit Condor von FRA Frankfurt nach YXY Whitehorse beginnt mit 45 Minuten Verspätung. Auch auf dem Flughafen gibt es Stau. Für die 7493 Kilometer brauchen wir 8 1/2 Stunden. Dank Premium Econonmy mit super Beinfreiheit überhaupt kein Problem.

image31Wir fliegen quasi über den Nordpol über Grönland und sehen dort riesige Gletscher. Das Meer ist teilweise großflächig mit Packeis bedeckt. Mit einem Zeitunterschied von -9 Stunden landen wir um 15:11 Ortszeit in Whitehorse.
Nach den üblichen Fragen, was wir in Kanada wollen und wohin wir gehen, holen wir die Koffer, die schon eine Runde gedreht haben, bis wird am winzig kleinen Gepäckband sind. Alles ist sehr überschaubar, noch kleiner als der Baden-Airport. Am Ausgang werden wir von Fraserway schon erwartet und erfahren dort bereits, wann wir am nächsten Tag vom Hotel abgeholt werden um unser Wohnmobil zu erhalten.
Mit dem Hotel-Shuttle fahren wir zum Coast High Country Inn und erfahren dort die endgültige Abholzeit. Die Abtstimmung zwischen Hotel und Fraserway ist perfekt organisiert, noch besser als vor 2 Jahren in Vancouver. So geht Urlaub!
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Entspannter Start

Nach den tollen Erfahrungen mit der Bahn beim letzten Mal wählen wir diesmal statt Chaos und Streß die entspannte Anreise-Variante: wir fahren mit dem eigenenen Auto nach Frankfurt.

Im NH-Hotel in Kelsterbach quasi direkt neben dem Flughafengelände checken wir am späten Nachmittag ein. Gegen halb sieben fahren wir zum Vorabend-Checkin hinüber zum Flughafen. Das Straßenknäuel dort haben wir mit Google Street View vorher schon virtuell auskundschaftet, wissen genau wo wir hin müssen und finden den perfekten Parkplatz direkt vor den Checkin-Schaltern.

Wir geben unsere Koffer am Schalter ab und erhalten unsere Bordkarten. Nach einer halben Stunde sind wir schon wieder zurück im Hotel und fahren das Auto in die Tiefgarage, wo es während unseres Urlaubs bleiben wird.

Beim Abendessen im Hotelgarten fliegen die Maschinen im Minutentakt in 30 Meter Höhe über uns hinweg. Aber ab 20 Uhr ist plötzlich Ruhe. Glück gehabt. Nachts ist im Hotel kein Fluglärm zu hören, nur die Klimaanlage rauscht leise, was wir bei 30 Grad Außentemperatur gerne in Kauf nehmen.

Bear Country ;-)

Polarlichter

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Auf unserer Tour werden wir den nördlichen Polarkreis überqueren. Da zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig Neumond sein wird, haben wir bei freier Sicht in den Himmel ideale Vorraussetzungen, auch nur leichte Nordlichter, die „Aurora borealis“ zu sehen. Die Aurora entsteht in 70 – 800km Höhe durch Anregung von Sauerstoffatomen (grünes bis rotes Licht) und Stickstoffmolekülen (violettes Licht). Anregende Teilchen sind Elektronen, die durch den Sonnenwind zur Erde gelangen. Außerdem tragen auch Protonen des Sonnenwindes zu einem Teil der Anregung bei. Aufgrund der Ausrichtung des Magnetfeldes der Erde können diese Teilchen am besten in den Polarregionen in die Erdatmosphäre eindringen und diese Leuchterscheinungen verursachen.

Nordlichtvorhersage

Nordlichter sind von der Sonnenaktivität abhängig. Erfolgen Eruptionen auf der Sonnenoberfläche und fliegen die weggeschleuderten Teilchen in Richtung Erde, entstehen Polarlichter. Werden Eruptionen auf der Sonne beobachtet, dann dauert es noch ca. 2-3 Tage, bis die Teilchen theoretisch bei uns ankommen. Darauf bauen die meisten Vorhersagen auf:

http://www.aurora-service.org/aurora-forecast/

http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast

http://auroraforecast.com

Geplante Etappen

DATUM TAG ZIEL km
08.08.2015 SA Frankfurt 190
09.08.2015 SO Whitehorse/YK 7500
10.08.2015 MO Lake Laberge/YK (49km) –Carmacks/YK (136km) 179
11.08.2015 DI Tombstone Mountains/YK 385
12.08.2015 MI Eagle Plains/YK
Arctic Cirlce
298
+35
13.08.2015 DO Inuvik/NT 365
14.08.2015 FR Eagle Plains/YK 365
15.08.2015 SA Tombstone/YK 298
16.08.2015 SO Dawson/YK 112
17.08.2015 MO Tok/AK 299
18.08.2015 DI Glenallen/AK 223
19.08.2015 MI Valdez/AK 193
20.08.2015 DO Valdez/AK 0
21.08.2015 FR Tok/AK 408
22.08.2015 SA Kluane NP/YK 177
381
23.08.2015 SO Kluane NP/YK 0
24.08.2015 MO Haines Junction/YK 88
25.08.2015 DI Haines/AK 238
26.08.2015 MI Haines/AK 0
27.08.2015 DO Skagway/AK 35
28.08.2015 FR Whitehorse/YK 180
29.08.2015 SA Whitehorse/YK 0
30.08.2015 SO Whitehorse/YK  7500
31.08.2015 MO Frankfurt – Bietigheim-Bissingen 190

Traumstraßen

Alaska Highway (ca. 892 km)
Der historische Alaska Highway, die bekannte Nordroute durch acht Yukon-Gemeinden, vorbei am Kluane Nationalpark und vielen Sehenswürdigkeiten.

Golden Circle Route (ca. 600 km)
Spektakulärer Rundkurs entlang kleiner Orte und grandioser Alpenpässe führt nach Südost Alaska und zurück.

Klondike / Kluane Loop (ca. 1.435 km)
Rundtour mit Highlights vom Goldwaschen bis hin zu atemberaubenden Gletscherfeldern.

Southern Lakes Circuit (ca. 500 km)
Tiefblaue Seen umgeben von Küstengebirgen in der Nähe von Whitehorse.

Cambell Highway (ca. 500 km)
menschenleere Gegenden voller stiller Momente in der Ruhe der Natur.

Dempster Highway (ca. 736 km)
Kanadas einzige, den Polarkreis querende und ganzjährig befahrene Straße.

Silver Trail (ca. 470 km)
Ehemals blühende Minenregion um Silver. Beeindruckt durch seine Geschichte und traumhafte Landschaft – der Abstecher Richtung Klondike Goldrausch

Yukon

yt-flagYukon ist ein Territorium im Nordwesten Kanadas mit einer Fläche von ca. 483.000 km² und ist damit so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen.

Im Westen grenzt das Territorium an Alaska (USA), im Osten an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Provinz British Columbia. Der Arktische Ozean bildet die Nordgrenze mit 430 km Küstenlinie an der Beaufort Sea.

Der Name “Yukon” stammt aus dem Wort „Yuk-un-ah,“ mit der Bedeutung „Großer Fluß“ und der namensgebende Yukon River (Gesamtlänge 3.120 km) durchfließt das ganze Territorium.

Yukon hat nur rund 34.000 Einwohner (ca. 20% weniger als Bietigheim-Bissingen!!). Drei Viertel der Einwohner leben in Hauptstadt Whitehorse.Die zweitgrößte Stadt ist Dawson City mit ca. 1.300 Einwohnern.

Der Kluane Nationalpark ist mit einer Größe von 22.000 km² halb so groß wie die Schweiz. Hier steht der höchste Berg Kanadas, der Mount Logan mit 5959 Metern. Er ist nach dem 6194 Meter hohen Mount McKinley in Alaska der zweithöchste Berg Nordamerikas. Desweiteren befindet sich hier auch das größte zusammenhängende non-polare Gletscher-Eisfeld der Erde mit bis zu 1.000m Dicke.

80% des Yukon Territoriums ist unberührte Wildnis. Hier leben 10.000 Schwarzbären, 6.000 Grizzlys, 250.000 Caribous, 70.000 Elche, 22.000 Bergschaafe, Pumas, Wölfe, 284 Vogelarten u.v.m.

Goldrausch
1896 löste die in alle Welt verbreitete Nachricht von Goldfunden den größten Goldrausch aller Zeiten aus. Hunderttausende machten sich in die Wildnis des Nordens auf, in der Hoffnung, am Klondike Goldnuggets und damit ihr Glück zu finden.