28.08. Battery Provincial Park (St. Peters)

Unser Campground befindet sich in der Nähe des Örtchens St. Peters. Hier wurde von 1854-1869 ein Kanal gebaut, der den Bras d’Or Lake mit dem Atlantik verbindet. Die Besonderheit hier ist eine spezielle Schleusenbauart, die es erlaubt die Gezeiten des Atlantiks zu berücksichtigen, dessen Wasserspiegel bei Flut oberhalb und bei Ebbe unterhalb des Wasserspiegels des Bras d’Or Lakes liegt.
Als wir dorthin fuhren, standen wir erst einmal im Stau vor der Kanalbrücke, da gerade ein Segler aus dem See ins Meer fuhr. Wir sahen nur den Schiffsmast, der vor uns den Highway querte, ein kurioser Anblick. In solchen Fällen wird einfach der Verkehr angehalten und das Brückenstück des Highway, der über den Kanal führt, zur Seite gedreht. Das Durchfahren des Kanals in beide Richtungen wird nach Bedarf durchgeführt und ist kostenlos.

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Das haben wir uns natürlich näher angeschaut und fuhren nach der Überquerung des Kanals „runter“ zum St. Peters Canal, der ein „National Historic Site Of Canada“ ist. Gerade als wir am Kai waren, kam der nächste Segler und ich durfte die Schleuse bedienen. Damit hatte ich auch gleichzeitig die Aufgabe, nach Durchfahren die Seile des Seglers entgegen zu nehmen und das Schiff am Poller festzumachen.
Mit der Zweierbesatzung des Seglers kam ich deshalb natürlich sofort ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Reinhard aus Vorarlberg und Mindy aus den USA seit zweieinhalb Jahren kreuz und quer über die Meere segeln. Das 40 Fuß lange Schiff ist seitdem Ihr Zuhause. Nur im Winter liegt ihr Segler in Florida und sie kommen über Weihnachten nach Österreich zu Verwandten. Auf dem Schiff sind sie komplett autark. Energie wird über 4 große Solarzellen und ein Windrad bezogen. Unter Deck ist alles was ein kleiner Haushalt benötigt.

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Danach besuchten wir das Nicolas Deny Museum direkt neben der Kanalschleuse. Dieser gründete 1650 hier einen Handelsposten und baute einen Bohlenweg, über den Waren zwischen See und Meer ausgetauscht wurden. Allerlei alter Krimskrams aus dieser Zeit und später waren in diesem Museum ausgestellt. Unter anderem die „Handys“ aus vergangenen Zeiten: Morseapparate. Makaber war ein Buch aus dem Jahr 1753 mit Ledereinband – aus Menschenhaut. Es wurde hier in Cape Breton gefunden und in war in spanisch geschrieben. Ein DNA Test des Einbandes zeigte lediglich, dass der Mensch ein Europäer war.
Einen weiteren Besuch statteten wir dem Geburtshaus des Fotografen Wallace MacAskill ab. Er wurde mit maritimen Motiven bekannt und in seinem Haus waren viele seiner Fotografien und Fotoapparate aus alten Zeiten bis hin zu einer damals modernen Polaroid Kamera ausgestellt. Seine Fotografie der Bluenose II diente als Vorlage zur Abbildung auf der kanadischen Briefmarke.

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Am Lagerfeuer

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Abends gab das gleiche Schauspiel wie am Tag zuvor. Die abendlichen Wolken verzogen sich und es gab eine superklare Sternennacht (leider etwas zu hell), in der die Milchstraße wunderschön zu sehen war. Ein Schauspiel, dass bei uns nur sehr selten zu sehen ist. Mit einer längeren Belichtungszeit sieht man, wie sich die Sterne konzentrisch um den Polarstern drehen. Der Polarstern befindet sich nahe des Himmelsnordpols und ist ein wichtiger Stern zu Feststellung der geografischen Nordrichtung.

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