25.08. Mira River Provincial Park (Louisbourg)

image1.JPG

 Heute Nacht hat doch tatsächlich ein Kojote geheult. Mehrmals lang und ausdauernd. Da war es mal wieder beruhigend, dass wir nicht mit dem Zelt unterwegs sind. Nach dem Frühstück mit ungetoasteten „Brot“ – wir hatten keinen Platz mit Stromanschluss und deshalb konnten wir den Toaster nicht benutzen und ungetoastetes Brot hier kann nur mit weichem Aufstrich beschmiert werden – machten wir uns auf den Weg zur „Fortress of Louisbourg“, einer Festung der Franzosen aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde nach 25 Jahren Bauzeit kurz nach Fertigstellung 1745 von den Engländern innerhalb von 46 Tagen komplett zerstört. Die Mi’kmaw, die jahrelang gute Handelsbeziehungen mit den Franzosen pflegten, sahen sich nun (zurecht) bedroht und kämpften auf deren Seite.
In den 1960er Jahren wurden 25% der Festung, in der damals mehr als 3000 Menschen lebten, vom kanadischen Staat wieder nach Originalplänen rekonstruiert. Heute ist es ein „National Historic Site“ und eine Stätte von „living history“, d.h. alle Leute dort sind in Kostümen unterwegs und erklären und erzählen über ihre Person die Gegebenheiten des damaligen Lebens. Wirklich interessant war, dass niemand früher Hummer aß, er war allenfalls als Dünger für den Garten wertvoll. Soldaten, Bäcker, Spitzenklöpplerinnen, Gefangene, also für damals ganz normale Leute bevölkerten die Straßen und Häuser.

image2.JPG

 Anschließend besuchten wir das Louisbourg Lighthouse auf der anderen Seite der Bucht. in einer Bucht stapelten sich die leeren Lobster-Fangkörbe und die bunten Markierungsbojen. Die Hummersaison schien hier zu Ende zu sein. Abends waren wir im beschaulichen, ruhigen Louisbourg noch im „Lobster Kettle“ direkt am Meer und hatten Seafood Chowder und Scallops (Jakobsmuscheln). Von einem älteren einheimischen Lobster-Fischer, der dort auf einem Kaffee vorbeischaute, ließen wir uns über die Hummerfangzeiten aufklären. Hummerfang ist nur ca. 2 Monate im Jahr in einer bestimmten Region erlaubt, damit sich die Bestände wieder erholen können. Er konnte sogar ein paar Sätze deutsch und holländisch. Sein Großvater war Holländer und vor dem 1. Weltkrieg nach Kanada ausgewandert.

image4.JPG

 

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*